Hüttentour von Berchtesgaden aus? Aussichtsreiche Untersbergrunde!

Wir haben es wieder getan. Wir haben uns erneut in das Abenteuer Hüttenwanderung gewagt. Dieses mal startete unsere Hüttentour in Berchtesgaden und was sollen wir sagen: Es war wieder traumhaft! Und anstrengend. An vier tollen Tagen sind wir durch Deutschland und Österreich gewandert, haben viel geschwitzt, tolle Aussichten genossen, eine Eishöhle besucht und in wunderbaren Hütten übernachtet.

Letztes Jahr waren wir bereits auf Hüttenwanderung an der Bischofsmütze und haben an weiteren drei Tagen die Seiser Alm in Südtirol erkundet. Beide Touren erstreckten sich jeweils über drei Tage. Was das für dieses Mal bedeutete? Natürlich, dass unsere Hüttentour ab Berchtesgaden mindestens vier Tage lang sein musste!

Hüttenwanderung – 3 Tage auf der Seiser Alm in Südtirol

Mal wieder auf der Suche nach einer coolen und abwechslungsreichen Hüttenwanderung? Dann haben wir genau das Richtige für euch!
Bei einer dreitägigen Tour über die Seiser Alm in Südtirol paaren sich spektakuläre Ausblicke mit anspruchsvollen Wanderstrecken und super Hüttenerlebnissen. Aus unserer Sicht ein absolutes Muss für alle Wanderfreunde und sicherlich eine Perle in Südtirol.

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Hüttenwanderung – in drei Tagen um die Bischofsmütze

Lust auf eine ganz neue Erfahrung? Dann begleitet uns auf unserer ersten Hüttenwanderung! Von Filzmoos aus sind wir drei Tage um die Bischofsmütze gewandert. An Tag 1 haben wir die Sulzenalmen besucht, einen Gipfel bestiegen und dann zur Hofpürgelhütte gewandert. Am zweiten Tag ging es dann über den Steiglpass nach Oberösterreich in Richtung Gosausee und Gablonzer Hütte. Am dritten Tag folgt dann der Weg zurück nach Filzmoos über die Stuhlalm, die Sulzkaralm und die Auslam/Kirchgasshütte.

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Hüttenwanderung am Untersberg: Anreise und Vorbereitung

Aber zuerst zur Vorbereitung und Anreise unserer diesjährigen Tour. Wir haben die eigentliche Hüttenwanderung von Freitag bis Montag geplant. Angereist in Berchtesgaden bzw. Inzell sind wir allerdings schon am Wochenende zuvor. Nachdem wir uns mit Freunden im Schweizer Bern getroffen haben, machte es wenig Sinn, vor dem Start unserer Tour noch einmal die Heimreise nach Bonn anzutreten.

Aus diesem Grund haben wir fünf Tage in einer super Ferienwohnung in Inzell(*) gewohnt. Die kleine Wohnung war hervorragend ausgestattet und war auch für uns zum Arbeiten aus dem Home Office ideal. Außerdem haben wir die super Lage genutzt, um in Inzell schon die eine oder andere Runde zu wandern oder Erfrischung im Naturbadesee zu suchen.

Ein weiterer Vorteil? Die Ferienwohnung(*) war nur knapp 40 Minuten vom Startpunkt der Hüttentour entfernt, sodass die Anreise am Freitagmorgen absolut entspannt war. 2020 waren wir auch schon zu Besuch im Berchtesgadener Land und können daher die Alpenpension Ettlerlehen(*) ebenfalls als Ausgangspunkt sehr empfehlen!

Noch auf der Suche nach einer anderen Unterkunft?

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(Info August 2022: Aktuell ist auch noch ein Blogpost mit allen Tipps und Tricks für neue und erfahrene Hüttenwanderer in Planung. Nach Fertigstellung erfolgt natürlich umgehend die Verlinkung hier. 🙂 )

Unsere bisherigen Abenteuer im Berchtesgadener Land

Wandern rund um Berchtesgaden

Frei unter dem Motto „Corona made me do it“ (übrigens die erste und letzte Erwähnung des allgegenwärtigen Themas in diesem Blogbeitrag) hat es uns dieses Jahr ins Berchtesgadener Land verschlagen.…

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Hüttentour Berchtesgaden: Alles zur aussichtsreichen Untersbergrunde

Aufgrund der der guten Vorbereitung sind wir am Freitagmorgen ausgeruht und mit einem leckeren, selbstgemachten Frühstück gestärkt in unser viertägiges Abenteuer gestartet.

Harte Fakten zur Hüttenwanderung am Untersberg im Berchtesgadener Land:

Dauer: 4 Tage
Start & Ziel: Wanderparkplatz Hintergern (Alternativ kann man an Tag 4 auch noch die Almbachklamm besuchen und anschließend mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurückfahren)
Strecke: ca. 40km
Höhenmeter: ca. 3000 Höhenmeter im Aufstieg
Highlights: Dopplersteig, Schellenberger Eishöhle, Almbachklamm, einsame Natur, abends den Sonnenuntergang am Stöhrhaus genießen
Anreise: zum Wanderparkplatz Hintergern kann man einfach mit dem Auto oder auch aus Berchtesgaden mit dem Bus anreisen
Weitere Infos: hier

Auf der Karte haben wir euch einmal alle vier Streckenabschnitte der Hüttentour von Berchtesgaden aus dargestellt:

  • pink = Tag 1
  • dunkelblau = Tag 2
  • schwarz = Tag 3
  • grün = Tag 4

Man sieht, einige wenige Streckenabschnitte wird man an den vier Tagen am Untersberg mehrmals begehen. Uns hat das aber überhaupt nicht gestört. Ehrlicherweise ist die Natur dort so schön, dass man einige Orte gar nicht oft genug genießen kannst. Aber alles der Reihe nach. Fangen wir mit dem ersten Tag unserer Hüttenwanderung an.

Hüttentour Berchtesgaden Tag 1: Hintergern bis Stöhrhaus

Die Hüttentour startet nicht direkt in Berchtesgaden, sondern ca. 10-15 Minuten entfernt in Hintergern. Dorthin kann man entweder direkt mit dem Auto zum Wanderparkplatz Hintergern anreisen oder mit dem Bus von Berchtesgaden nach Hintergern zum Start der Hüttenwanderung fahren.

Sollte man, wie wir, mit dem Auto anreisen, empfehlen wir den Wanderparkplatz P8. Dieser liegt direkt neben dem Gasthaus Dürrlehen. Großer Vorteil: Du hast die Möglichkeit am finalen Tag der Hüttenwanderung zum krönenden Abschluss für ein Kaltgetränk und Kuchen einzukehren. Alternativ bietet sich auch P7 an, da dieser Parkplatz zumindest teilweise im Schatten liegt. Entfernung zum Gasthaus sind auch nur knappe 5 Minuten Gehzeit.

Nach erfolgreicher Parkplatzsuche ging unsere Hüttentour ganz in der Nähe von Berchtesgaden dann auch los. Zuerst wandert man kurz entlang einer kleinen Straße. Die Hüttentour startet knackig und man beginnt mit einer ordentlichen Steigung. An der Töpferei verlässt du aber relativ flott das geteerte Terrain und biegst steil bergauf in ein kleines Waldstück ab.

Steil und wunderschön: Rasanter Start in unsere Berchtesgadener Hüttentour

Und es geht stetig weiter nach oben. Ist aber kein Wunder, schließlich hat man an Tag 1 der Hüttenwanderung über 1000 Höhenmeter zur bewältigen, bevor man das Tagesziel erreicht. Mit zunehmender Strecke machen aber Serpentinen den Anstieg angenehmer. Dann, zu etwa der Hälfte der Strecke, erreicht man den Stöhrweg. Auf diesem wandert man ein kleines Stückchen fast eben und kann die Beine etwas entspannen.

Frei nach dem Phrasenschwein-verdächtigen Motto „Wer rastet, der rostet“, lässt der nächste ordentliche Anstieg nicht lange auf sich warten. Belohnt wird man direkt mit einem ersten kurzen Blick auf das Tagesziel. Von der Seilbahntalstation kann man das weit oben throhnende Stöhrhaus bereits am Horizont erblicken. Später auf unserer Hüttentour haben wir erfahren, dass die Versorgungsseilbahn dieser Tage aber gar nicht mehr genutzt wird. Das Stöhrhaus, welches per Straße zu keiner Jahreszeit erreichbar ist, wird heute mit dem Helikopter beliefert. Spart, wie wir von der Hüttenwirtin persönlich lernen durften, Zeit und bares Geld.

Stöhrhaus und Berggipfel schließen einen tollen Hüttenwanderungstag 1 ab

Bevor man das Stöhrhaus final erreicht, warten noch die (fast) letzten Höhenmeter des ersten Tages darauf, erklommen zu werden. Umso schöner ist der Moment, wenn man in der wunderschönen, felsigen Landschaft das Tagesziel direkt vor sich sieht. Ok, zugegeben. Noch schöner ist das Erfrischungsgetränk auf der Hüttenterrasse und der atemberaubende Blick ins Tal. Das Einkehren lohnt hier, alleine wegen des Ausblicks, definitiv auch für Tagesausflügler.

Hüttentour im Berchtesgadener Land? Der Berchtesgadener Hochthron darf natürlich nicht fehlen!

Nach einer kurzen Stärkung juckte es uns allerdings schon wieder in den Fingern. Oder besser gesagt in den Wanderschuhen. Wir wollten auf den Berchtesgadener Hochthron. Die vom Stöhrhaus noch zu meisternden 30 Minuten hinauf auf den Gipfel fühlten sich fast nach einem kurzen Spaziergang an (ok, vielleicht reden wir uns das auch etwas ein). Der 360°-Ausblick entschädigt dann ohnehin für alle eventuell aufgekommenen Strapazen.

Schon vom Stöhrhaus aus kannst du bei guter Sicht bereits bis zum Chiemsee und Waginger See schauen und hast zudem einen tollen Blick bis zum Königssee und Steinernem Meer. Beim Blick vom Gipfel bleibt dir dann endgültig der Atem weg.

Unsere Nacht im Stöhrhaus ist typisch für eine Hüttentour: erholsam und ruhig

Übernachtet haben wir dann, wie schon erwähnt, im Stöhrhaus und hatten eine sehr angenehme und ruhige Nacht im Zweierzimmer. Matratzenlager und Mehrbettzimmer gibt es natürlich auch.
Wichtig: Hüttenschlafsack(*) auf jeden Fall dabei haben.

Duschen kann man im Stöhrhaus übrigens nicht. Die Hütte wurde 2017 aber immerhin renoviert und ist daher sehr modern, was Toiletten und Waschräume angeht. Auch das Essen ist regional und super lecker und die Preise sind für eine Berghütte absolut angemessen. Das Frühstück kostet 9€ pro Person extra, ist recht üppig und der fleißige Wanderer kann zwischen herzhaft und süß wählen.

Wanderübersicht Hüttentour Berchtesgaden Tag 1

Startpunkt: Wanderparkplatz Hintergern
Ziel: Stöhrhaus
Übernachtungskosten: 29 Euro pro Person im DZ mit. Frühstück
Länge: ca. 9km
Höhenmeter: ca. 1140 HM
Dauer: ca. 3,5 Stunden reine Wanderzeit (insgesamt mit Pausen und Besteigung des Hochthrons gut 5,5 Stunden)
Schwierigkeit: mittel; Wanderschuhe und alpine Erfahrung sind ein Muss
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Blicke auf den Watzmann, das Steinerne Meer, den Königssee, den Chiemsee und Waginger See
Verpflegungsmöglichkeiten: unterwegs keine, nur das Stöhrhaus als Ziel
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Hüttentour Berchtesgaden Tag 2: Stöhrhaus zum Zeppezauerhaus

Nach einer frühen und ruhigen Nacht starten wir mit einem guten Frühstück im Bauch zeitig in Tag 2 der Hüttenwanderung rund um Berchtesgaden. Die ersten Meter des Tages sind die gleichen, die wir am vorherigen Nachmittag schon hinter uns gebracht hat. Dieses Mal führt einen die Route aber nicht hinauf auf den Berchtesgadener Hochthron, sondern nur an dem majestätischen Gipfel vorbei.

Bei durchwachsenem Wetter und den einzigen Regentropfen dieser Hüttenwanderung schlängelte sich die „Aussichtsreiche Untersbergrunde“ an diesem Morgen erstmal ein wenig abwärts. Immer wieder sind wir kurz stehen geblieben, um die felsige Landschaft zu bewundern.

Spektakulär über Holzstiege und Höhen führt das erste Highlight des Tages: der Thomas-Eder-Steig

Nach zwei Stunden kommt wir an einer Schutzhütte vorbei und sind nun mitten in der sogenannten Mittagsscharte. Die Wanderroute führt einen von hier auf den Thomas-Eder-Steig. Dieser Steig ist wahrlich das erste Highlight des zweiten Hüttentour-Tages. Spektakulär führt der Weg über Holzstiege und Höhlen steil abwärts. Der Steig ist ein echtes Highlight, braucht aber zumindest ein grundlegendes Level and Geschick und Trittsicherheit.

Nachdem wir den Thomas-Eder-Steig hinter sich gebracht hat, wartet auch schon der nächste spannende Zwischenstopp. An diesem zweiten Tag der Hüttenwanderung im Berchtesgadener Land gibt es eine echte Eishöhle!

Am Untersberg im Berchtesgadener Land unterwegs? Ab in die Schellenberger Eishöhle!

Und da war sie wirklich! Die Schellenberger Eishöhle. Unaufällig ausgeschildert, merken wir doch noch, dass wir hier von unserem eigentlichen Weg abbiegen und zwei Minuten zum Eingang der Eishöhle aufsteigen müssen. Und schon bevor wir die Eishöhle betreten, hat sich dieser kleine Abstecher gelohnt. Das super schönes Panorama mit Steinernem Meer, Watzmann und dem Dachstein Gletscher ist bei klarer Sicht ein (Hütten-)Wanderer-Traum!

Und es geht aufregend weiter. Für einen kleinen Eintritt (Sommer 2022: 9,50EUR) wird eine 45 minütige Führung durch die Eishöhle, die du dir nicht entgehen lassen solltest, angeboten.

Eine faszinierende Eiswelt wartet tief im Untersbergs auf dich!

Immer zur vollen Stunde hast du die Möglichkeit, zusammen mit einem Führer 50m tief in die Höhle hinabzusteigen und Wissenswertes über die drittgrößte Eishöhle der Welt zu lernen. Wirklich faszinierend und absolut lohnenswert. Tipp: Da du dich knappe 45 Minuten in der Eishöhle aufhälst, lohnt sich das Mitbringen einer Jacke und ggf. sogar einer langen Hose. Unabhängig von der Außentemperatur geht es Eis eben so um die 0 Grad am besten.

Bei der Hüttentour in Berchtesgaden an der Toni-Lenzer-Hütte eine Rast einlegen

Nach der spannenden Führung dauert es noch ca. 20 Wanderminuten, bis du die Toni-Lenzer-Hütte erreichst und ein leckeres Mittagessen zu dir nehmen kannst. Und diese Stärkung ist bitter nötig. Auf den nächsten und gleichzeitig letzten drei Kilometern wartet der mit Abstand anstrengendste Teil des Tages. Zu überwinden gilt es gleich zwei Pässe und somit warten knappe 450 Höhenmeter im Aufstieg zum Ende des zweiten Tages der Hüttenwanderung.

Quasi zum warm werden geht es hinaus auf die erste Passhöhe, welche tolle Blicke auf die Stadt Salzburg freigibt und gleichzeitig den Grenzübertritt nach Österreich und ins Land Salzburg bedeutet. Die gerade erklommenen Höhenmeter steigst du dann direkt wieder bergab. Zumindest der tolle Blick bleibt aber.

Der Dopplersteig: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit willkommen

Im direkten Anschluss wartet nun wirklich das große Finale des Tages. Der letzte, steilste und ausgesetzteste Anstieg der Tour bringt einen über den Dopplersteig bis zum Tagesziel. In einer Felsscharte eröffnet sich nochmal die Chance für eine kurze Pause, ehe es über gefühlt tausende Stufen entlang eines sehr steilen und versicherten Steigs wieder hoch hinaus geht. Spätestens ab dieser Stelle ist Erfahrung am Berg unabdingbar und Schwindelfreiheit sicher sehr hilfreich.

Hast du die Treppen überwunden und wähnt sich fast am Ziel, warten auf den letzten 800 Metern nochmal knappe 150 Höhenmeter. Doch dann ist es wirklich geschafft und du erreichst das Tagesziel: das Zeppezauerhaus. Was wir dort als Erstes machen? Na klar, auf der sehr schönen Terrasse ein Bier/Radler genießen!

Gemütlichkeit pur: Übernachtung im Zeppezauerhaus

Kurze Zeit später können wir auch schon unsere Betten im Lager einrichten und uns vor dem anstehenden Abendessen etwas frisch machen. Praktischerweise bietet das Zeppezauerhaus für alle fleißigen Wanderer eine Halbpension an, die für einen fairen Preis ein 3-Gang-Menü am Abend und ein leckeres Frühstück beinhaltet.

Die Lager sind gemütlich und bieten sogar etwas Privatsphäre mit Doppelmatratzen. Wer ein Doppelzimmer will, muss sehr früh buchen. Wir waren knapp 1,5 Monate vor dem Start unserer Hüttentour im Berchtesgadener Land schon zu spät dran.

Im Zeppezauerhaus gibt es sogar auch eine Dusche. Diese war wegen Wasserknappheit bei unserem Aufenthalt aber außer Betrieb. Schade, aber natürlich sehr verständlich! Und sehen wir es positiv: mit kaltem Wasser waschen ist auch sehr erfrischend und ist sicher gut für die Durchblutung. Würde zumindest meine Mama sagen. Abschließend können wir festhalten, dass Tag 2 dieser Hüttentour etwas anstrengender als Tag 1 war. Besondere Grüße gehen an dieser Stelle an die letzten 3 Kilometer raus. Tolle Ausblicke, ein leckeres Mittag- und Abendessen und vor allem eine beeindruckende Eishöhle entschuldigen allerdings umgehend für alle Strapazen.

Wanderübersicht Hüttentour Berchtesgaden Tag 2

Startpunkt: Stöhrhaus
Ziel: Zeppezauerhaus
Übernachtungskosten: 12 Euro im Lager, HP 34 Euro pro Person
Länge: ca. 9km
Höhenmeter: ca. 750 HM
Dauer: ca. 7 Stunden inklusive Besichtigung der Eishöhle
Schwierigkeit: mittel; Wanderschuhe und alpine Erfahrung sind ein Muss
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Blicke auf den den Dachstein Gletscher und Salzburg; Schellenberger Eishöhle; Dopplersteig
Verpflegungsmöglichkeiten: Toni-Lenz-Hütte
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Hüttentour Berchtesgaden Tag 3: Zeppezauerhaus zurück zum Stöhrhaus

Nach einem reichhaltigen Frühstück und einer letzten Unterhaltung mit unserem Tischnachbarn Karl-Heinz (den hatten wir am Vorabends beim Abendessen schon kennengelernt), starten wir motiviert direkt mit einem Gipfelanstieg in Tag 3 unserer Hüttenwanderung. Nachdem an Tag 1 ja bereits der Berchtesgadener Hochthron erklommen wurde, wartet nun unweit der Gipfelstation der Untersbergbahn das Gipfelkreuz des Salzburger Hochthrons.

Hätte uns an diesem Morgen schon jemand verraten, dass dies der vermutliche anstrengendste Wandertag dieses Jahr werden würde (und wir sind im April bereits den Inka Trail in Peru gewandert!), wären wir eventuell weniger beschwingt in den Tag gestartet. Aber wie heißt es so schön: „Was der Wanderer nicht weiß, macht den Wanderer nicht heiß“. Später mehr dazu.

Früher Start in den längsten Tag unserer Hüttentour im Berchtesgadener Land

Ein erstes Zeichen hätte wohl sein können, dass die Gehzeit für unseren dritten Hüttenwanderungstag mit 9 Stunden angegeben war und so ein früher Start in den Tag damit nicht nur nett, sondern absolut sinnvoll war!

Hast du den Salzburger Hochthron erklommen, muss man den Gipfel zur frühen Stunde, auch an einem Sonntag, maximal mit ein paar Trailrunnern und anderen Hüttenwanderern teilen. Sobald die Untersbergbahn am späteren Morgen ihren Betrieb aufnimmt, ändert sich das grundlegend.

Doch zu diesem Zeitpunkt sind wir schon wieder in Richtung Mittagsscharte weitergezogen. Nachdem wir in die Scharte hinabsteigen, trifft man erneut auf den Thomas-Eder-Steig, der ja von Tag 1 der Hüttentour Berchtesgaden bereits bekannt ist. Dem Steig folgen wir nun in entgegengesetzter Richtung (orange Schilder) zurück in Richtung Stöhrhaus.

Zurück zum Stöhrhaus oder die Einsamkeit des Untersberg auskosten

Anschließend geht es mit immer wieder kleinen Anstiegen weiter in Richtung des höchsten Punktes dieses Tages. Kurz nachdem wir diesen passiert haben, erblicken wir erneut die Abzweigung zum Berchtesgadener Hochthron, lassen den Gipfel aber einmal mehr links liegen.

Denn nun wird es spannend: Es bieten sich zwei Optionen für den Rest des dritten Tages auf der Hüttenwanderung am Untersberg. Wer mag, kann von hier aus abkürzen und in ca. 1 Stunde zum Stöhrhaus wandern. Wir sind dem Weg der „Aussichtsreichen Untersbergrunde“ aber wie vorgesehen gefolgt und durften einen echt anstrengenden Pfad durch sehr zerklüftetes Gelände erkunden. Die Natur hier ist sehr einsam und speziell, belohnt aber einen beim Wandern mit ihrer ganzen Schönheit

Hier ist nicht nur Konzentration gefordert, sondern auch das Wandertempo muss deutlich an die äußeren Bedingungen (nach unten) angepasst werden. Trotzdem sind wir super froh, uns gegen die Abkürzung entschieden zu haben. Die Natur ist einfach traumhaft und lädt glücklicherweise auch immer wieder zum Verweilen und Pausieren auf den vielen Felsen ein.

Der letzte Anstieg der Hüttentour Berchtesgaden wartet auf Hüttenwanderer

Hast du den felsigen Teil, der allerdings sehr gut markiert ist, durchstiegen, kannst du an einer Quelle dein Wasser auffüllen und steigst dann nochmal ein gutes Stück zurück zum Stöhrhaus hinauf. Die Chance zum Trinkflaschen auffüllen an dieser Stelle unbedingt nutzen, denn es handelt sich um die einzige und letzte Möglichkeit an diesem Tag 3 der Hüttenwanderung, die Wasserreserven aufzufüllen.

Nach einem letzten längeren Abstieg in den Wald, beginnt an der nächsten Abzweigung der Jägersteig. Diesen NICHT nehmen. Die „aussichtsreiche Untersbergrunde“ führt hier auf den nicht mehr so gut markierten Weißwanderweg. Dieser bringt dich über eine Almhöhe wieder ein bisschen näher an das Tagesziel Stöhrhaus heran. Auf der Almhöhe sehr genau auf die Führung des Wanderweges achten und nicht, wie wir, falsch abbiegen. Führt zu erhöhter Anstrengung und gegebenenfalls auch zur (beinahe) Trennung.

Nach einiger Zeit treffen wir dann wieder auf den von Tag 1 bekannten Weg und erreichen in knapp 45 Minuten sehr erschöpft, aber noch glücklicher, das Stöhrhaus. Insgesamt sind wir an dem Tag 9,5 Stunden unterwegs und ziemlich fertig. Die Tour ist aber sicher auch eine der schönsten Wanderungen, die wir bisher gemacht haben.

Wichtig: Für diesen Tag benötigt man gute Kondition und Trittsicherheit. Anfänger sollten sich im Zweifel lieber für die oben erwähnten Abkürzung zum Stöhrhaus entscheiden. Wir genießen bei einem deftigen Abendessen und einer Maß Bier bzw. Radler den Sonnenuntergang am letzten Abend unserer Hüttenwanderung Berchtesgaden dann aber umso mehr.

Wanderübersicht Hüttentour Berchtesgaden Tag 3

Startpunkt: Zeppezauerhaus
Ziel: Stöhrhaus
Übernachtungskosten: 29 Euro im DZ mit. Frühstück
Länge: ca. 13km
Höhenmeter: ca. 1000 HM
Dauer: ca. 9 Stunden Zeit einplanen, davon gut 6 Stunden Wanderzeit
Schwierigkeit: schwer; alpine Erfahrung und Trittsicherheit sowie gute Kondition sind ein Muss
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Gipfelbesteigung am Morgen, wandern durch eine einzigartige und einsame Landschaft
Verpflegungsmöglichkeiten: unterwegs keine, nur das Stöhrhaus als Ziel
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Hüttentour Berchtesgaden Tag 4: Stöhrhaus zurück nach Hintergern

Und schon ist es soweit und der vierte und letzte Tage der Hüttenwanderung im Berchtesgadener Land bricht bereits an. An diesem Tag steigst du, ohne nennenswerte Höhenmeter bergauf, knapp 1300m ins Tal ab. Dabei verläuft der Weg eher unspektakulär, bietet aber gerade zu Beginn immer wieder tolle Blicke in die wunderschöne Berchtesgadener Berglandschaft. Nach einiger Zeit wird der Weg dann allerdings zum Waldweg. Dieser belohnt einen zwar mit an diesem Tag bitter nötigen Schatten, nimmt aber natürlich den wunderbaren Ausblick.

Ein letztes Highlight auf unserer Hüttenwanderung: die Almbachklamm

Nachdem zumindest der Abstiegsteil des Tages geschafft ist, kommst du an einem Wanderparkplatz vorbei. Nun führt einen die „aussichtsreiche Untersbergrunde“ für eine kurze Zeit an einer asphaltierten Straße vorbei, ehe wir zum letzten Highlight dieser Hüttentour kommen: die Almbachklamm.

In dieser wandern wir spektakulär zur Theresienklause, einer alten Staumauer, und können dabei das erste Mal einen Blick auf die beeindruckende Klamm erhaschen. Hier hast du zwei Optionen: entweder wanderst du durch die Almbachklamm (Eintritt 2022: 6 EUR für Erwachsene) ca. 3km bis zum offiziellen Ende der „aussichtsreichen Untersbergrunde“. Anschließend bringen dich öffentliche Busse über Berchtesgaden zurück nach Hintergern zum Ausgangspunkt. Oder aber, und so machen wir es, biegst du an der Staumauer rechts ab. Anschließend folgen ca. 30 Minuten mit ordentlichem Anstieg direkt zurück nach Hintergern.

Dort heil und glücklich wieder angekommen, kehren wir zum Ende der Tour im Gasthaus Dürrlehen ein und belohnen uns mit Kuchen und Germknödel für eine erfolgreiche viertägige Hüttentour im Berchtesgadener Land.

Wanderübersicht Hüttentour Berchtesgaden Tag 4

Startpunkt: Stöhrhaus
Ziel: Wanderparkplatz Hintergern
Länge: ca. 11km
Höhenmeter: ca. 200 HM aufwärts und 1300 abwärts
Dauer: ca. 3,5 Stunden reine Wanderzeit (insgesamt mit Pausen ca. 4,5 Stunden)
Schwierigkeit: mittel; Wanderschuhe und alpine Erfahrung sind ein Muss
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Panoramareicher Abstieg, Almbachklamm (Eintritt 2022: 6EUR für Erwachsene)
Verpflegungsmöglichkeiten: unterwegs keine, nur das Gasthaus Dürrlehen am Ziel
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Fazit unserer Hüttenwanderung am Untersberg

Wir haben es überlebt. Die erste Hüttenwanderung über vier ganze Tage und gleichzeitig die erste Hüttentour ganz ohne Dusche. Und was sollen wir sagen? Es war ein Fest!

Wir können diese Hüttentour wirklich allen empfehlen, die Lust auf eine Wanderung rund um Berchtesgaden haben. Zusätzliches Pro: Die tendenziell eher überfüllten Wanderwege rund um den Königssee werden bei der „aussichtsreichen Untersbergrunde“ umgangen. Landschaftlich ist diese Hüttenwanderung ein Traum, fordert aber auch den einen oder anderen Tropfen Schweiß vom mutigen Wanderer.

Mutig ist ohnehin ein gutes Stichwort: einigermaßen schwindelfrei und trittsicher solltest du für dieses Abenteuer sein. So machen die zu erklimmenden Steige nicht nur Angst, sondern vielmehr Freude. Die tollen Ausblicke auf deutscher und österreichischer Seite wollen schließlich auch angemessen bewundert werden.

Zusammengefasst können wir sagen: Nachwandern unbedingt erwünscht!

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