Hüttenwanderung – in drei Tagen um die Bischofsmütze

Wir haben es getan! Wir haben unsere erste (kleine) Hüttentour in Österreich gemeistert. In drei Tagen sind wir „Rund um die Bischofsmütze“ gewandert. Für alle, die in der österreichischen Berglandschaft nicht ganz so bewandert sind: Die Tour fand ziemlich genau an der Grenze zwischen Oberösterreich und dem Salzburger Land statt. Was an dieser Stelle noch wichtig ist? Unsere erste Hüttenwanderung in den Bergen Österreichs hat uns extrem gut gefallen!

Für alle, die jetzt schon einmal gegechecken wollen, ob unsere Hüttenwanderung auch für sie selbst eine tolle Option wäre, haben wir hier die harten Fakten zur Tour rund um die Bischofsmütze mit Start im schönen Filzmoos: In drei Tagen haben wir knapp 40km in der Länge auf nicht immer ganz einfachen Bergpfaden und 2400m in der Höhe erwandert.

Anreisetipps für eine Hüttenwanderung um die Bischofsmütze

Aber fangen wir ganz Vorne an. Wenn man wie wir noch nie eine Hüttentour gemacht hat, gibt es ein paar Dinge, die man unbedingt beachten sollte. Dazu gehört sicherlich, dass sich eine Mitgliedschaft im DAV absolut lohnt. Man unterstützt damit nicht nur den Erhalt der Bergwelt, sondert profitiert auch von günstigeren Übernachtungs- und Verpflegungspreisen.

Die Hüttenwanderung um die Bischofsmütze will gut geplant sein

Zudem sollte man sich eine Packliste machen, um die wichtigsten Dinge auf jeden Fall dabei zu haben. Unerlässlich sind aus unserer Sicht, neben der Bekleidung und den Wanderschuhen, die folgenden Items:

  • Badelatschen
  • Oropax
  • Stirnlampe
  • Jogginghose
  • Power Bank
  • Bargeld
  • Thermoflasche
  • Hüttenschlafsack
  • Wanderstöcke
  • Sonnencreme
  • Erste-Hilfe-Set

Besonders die Wanderstöcke, die wir uns eigens für die Hüttenwanderung angeschafft haben, haben sich mehr als bezahlt gemacht. Absolute Empfehlung!

Mit einem guten Aufwärmprogramm startet man entspannt in die Hüttenwanderung rund um die Bischofsmütze

Um entspannt in die Hüttenwanderung rum um die Bischofsmütze zu starten, hatten wir für unsere Anreise eine Art „Aufwärmprogramm“ geplant. Dazu gehörte es, am Anreisetag sehr früh morgens aufzustehen (das kann man auf der Hütte durchaus gebrauchen) und möglichst ohne Stau bis nach Österreich zu kommen. Außerdem wollten wir eine Nacht in Filzmoos übernachten (Hotels gibt es auf den gängigen Plattformen mehr als genug), um danach ausgeruht in unsere Hüttentour zu starten.

Für den Anreisetag zur Bischofsmütze lohnt sich ein Stopp am Gosausee

Um mit ein paar Aktivitäten in unsere Reise zu starten, hatten wir uns den Gosausee als Zwischenziel ausgesucht, der mit dem Auto zwar eine gute Stunde vom Start der Hüttenwanderung um die Bischofsmütze entfernt liegt, aber dennoch später auch Teil der Wanderung ist. Für einen Anreisetag bietet der Bergsee alles, was das Herz begehrt: Kühles Wasser zum Schwimmen, leckere lokale Spezialitäten an der Seeklausalm (die etwas abseits vom großen Gasthaus liegt) sowie einen Klettersteig.

Zu unseren Tipps rund um den Gosausee werden wir aber sicher auch nochmal einen separaten Blogartikel veröffentlichen. Daher vorerst zurück zu unseren Hüttenwanderung „Rund um die Bischofsmütze“ und den letzten Vorbereitungen.

Mit einer guten Streckenübersicht ist die Navigation rund um die Bischofsmütze kein Problem

Bevor es mit der eigentlichen Wanderung losgehen kann, muss noch ein letztes Thema geklärt sein: Die Navigation. Wir haben für euch alle drei Tage sowohl individuell (siehe unten bei den Wanderübersichten) als auch als Gesamtübersicht aufgezeichnet. Die Gesamtübersicht zum Download für euer smartes Device findet ihr hier. Zudem haben wir euch eine Übersichtskarte erstellt, auf der ihr die ganze Tour mit farblich gekennzeichneten Tagen (Tag 1 – schwarz, Tag 2 – grün, Tag 3 – rot) ansehen könnt.

Hüttenwanderung Bischofsmütze Tag 1: Von Filzmoos auf die Hofpürglhütte

Gut ausgeruht und mit einem ordentlichen Frühstück im Magen waren wir am Tag nach unserer Anreise dann bereit, in den ersten Tag unserer Hüttenwanderung um die Bischofsmütze zu starten. Unser Auto haben wir dazu an der Mautstelle Hofalmen in Filzmoos geparkt (Koordinaten in der Übersicht), was kostenlos ist. An der Mautstelle ist ausreichend Platz, sodass selbst zur Hochsaison immer ein Plätzchen frei sein sollte.

Wir sind entspannt in unsere Hüttenwanderung um die Bischofsmütze gestartet

Hat man seinen Rucksack geschultert, kann es auch schon losgehen. Der Weg führt einen kurz an einer Wohnstraße entlang, ehe man links in ein kleines Waldstück mit einem Bach abbiegt. Achtung: Dieser Weg ist ein kleiner Insidertipp, den uns ein Anwohner empfohlen habt. Bekannte Apps wie Outdooractive führen einen an der Straße entlang, mit unserem Track in der Übersicht kommt ihr aber natürlich auch in den Genuss der schöneren Strecke.

Die Sulzenalmen sind das erste Zwischenziel auf der Hüttenwanderung um die Bischofsmütze

Neben der Navigation per App ist der Weg außerdem auf den bekannten, gelben Wanderschildern auch bestens ausgeschildert. Die gesamte Hüttenwanderung hat sogar ein eigenes Symbol, sodass man sich eigentlich nicht verirren kann.

Nach dem Waldstück biegt man auf den Alten Sulzenalmenweg ab, der einen landschaftlich sehr schön über einige Wiesen und immer wieder kleinere Almwiesen führt. Auf einer dieser Wiesen haben wir auch direkt die ersten frei grasenden Kühe getroffen, die das Wanderfeeling bei bestem Sommerwetter perfekt gemacht haben.

Auf der Sulzenalm Kralehenhütte kann man lokale Spezialitäten genießen

Nach knappen 5km erreicht man das erste Zwischenziel, die Sulzenalmen, und hat die Qual der Wahl, in welche der beiden bewirtschafteten Hütten man einkehrt. Wir haben uns für die erste der beiden, die Kralehenhütte, entschieden und im Schatten die erste Buttermilch mit Preiselbeeren der Hüttenwanderung genossen. Neben Getränken bietet die Hütte auch eine Menge leckerer lokaler Spezialitäten an. Da wir vom Frühstück noch gut gesättigt waren, mussten wir diese leider auslassen.

Von den Sulzenalmen wandert man mit Blick auf die Bischofsmütze zum Sulzenhals

Vorbei an der zweiten Sulzenalm, der Wallehenhütte, die von außen ebenfalls sehr nett aussah und gut besucht war, steigt man nun auf den ersten mehr alpinen Teil des Weges ein. Der Pfad wird jetzt deutlich schmaler, hält mehr Geröll bereit und geht vor allen Dingen steiler bergauf als bisher. Vorbei an einigen Kühen, von denen Nina behauptet, dass eine sie tätlich angegriffen habe (hat sie!), geht es zunächst hinauf zum sogenannten Sulzenhals. Bei diesem Teilstück lohnt es sich, den Blick immer wieder über die Schulter nach hinten schweifen zu lassen, da man einen super Blick auf die Bischofsmütze hat. Ganz in der Ferne kann man auch schon die Hofpürglhütte, das Ziel für Tag 1, erblicken.

Fun Fact: Malte war sich sicher, dass die Hütte viel zu weit entfernt liegt, um dort an einem Tag hinzuwandern. Wie so häufig hatte Nina Recht – die Hütte war wirklich das Ziel. Und auch tatsächlich noch ein ganzes Stück entfernt.

Das Gipfelkreuz am Sulzenschneid bietet sich für eine Rast an

Hat man den Sulzenhals erreicht, heißt es kurz durchzuschnaufen und dann die letzten 150 Höhenmeter zum Gipfel am Sulzenschneid auf 1950m in Angriff zu nehmen. Der Blick ist wirklich atemberaubend, vor allem die Weitsicht über das ganze Tal hat uns sehr beeindruckt. Bei diesem Blick haben wir unsere Brotzeit ausgepackt und eine ausgiebige Pause eingelegt. Geschafft hat man an diesem Punkt circa die Hälfte der Strecke.

Der anspruchsvollste Teil von Tag 1 um die Bischofsmütze wartet nach der Halbzeit

Spoiler: Für die zweite Hälfte der Wanderung braucht man deutlich länger als für die erste, da der Weg nochmal anspruchsvoller wird. Zunächst steigt man über relativ abenteuerliche Serpentinen, die gute Trittsicherheit erfordern, steil bergab in eine Talsenke. Von dort aus folgt ein nicht wirklich steiles, aber sehr anstrengendes Waldstück. Richtig unangenehm sind dabei immer wieder felsige und verwurzelte Stellen, an denen man die Hände zu Hilfe nehmen muss und deswegen nicht wirklich schnell vorankommt. Eine echte Herausforderung also!

Hat man diese gemeistert, muss man aber nicht lange auf seine Belohnung warten. Nach dem Waldstück öffnet sich einem eine Almhöhe, wo Kühe, Ziegen und Pferde grasen und weiden. Eingerahmt von den Bergen und bei bestem Sonnenschein haben wir beide selten eine idyllischere Szenerie als diese erlebt. Von dieser Almhöhe kann man die sowohl den vorher bestiegenen Sulzenschneid als auch die jetzt deutlich nähere Hofpürglhütte sehen, sodass man sein Ziel jetzt direkt vor Augen hat.

Die Hofpürglhütte ist das Ziel für Tag 1 der Hüttenwanderung um die Bischofsmütze

Hat man die Almhöhe überquert, geht es auf das letzte Stück des ersten Tages der Wanderung. Dabei muss man nochmal einige Höhenmeter überwinden und immer wieder durch Geröllfelder wandern, die nochmal volle Aufmerksamkeit erfordern.

An der Hofpürglhütte angekommen gab es für uns nichts schöneres, als ein kühles Getränk zu genießen, um dann bei der netten Hüttenwirtin einzuchecken. Die Hütte bietet sowohl Schlafplätze im Matratzenlager als auch Mehrbettzimmer an, alle Schlafplätze inkludieren ein deftiges Abendessen sowie ein stärkendes Frühstück. Vorbuchen ist definitiv empfohlen, zudem empfehlen wir eine DAV Mitgliedschaft, um Kosten zu sparen. Geschlafen wird in einem Hüttenschlafsack, der auch vor Ort erworben werden kann.

Info Juli 2021: Aktuell muss wegen der Coronasituation ein normaler Schlafsack mitgebracht werden. Wir hatten uns für eine ultraleichte Variante entschieden, die im Fachhandel erworben werden kann.

Auch als Mitglied im Alpenverein benötigt man eine Reservierung

Da sich immer noch hartnäckig der Mythos hält, dass man als DAV Mitglied keine Buchung eines Schlafplatzes benötigt, ist es an der Zeit, damit aufzuräumen. Diese Regel gibt es schon seit Jahren nicht mehr! Lediglich für Notfälle und wenn ein Abstieg ins Tal unzumutbar ist, werden euch die Hüttenwirte einen Schlafplatz im Notlager, dass eigentlich für Rettungskräfte gedacht ist, anbieten.

Bei einem Getränk auf der Terrasse kann man den ersten Tag der Hüttenwanderung um die Bischofsmütze ausklingen lassen

Wir haben den Abend nach sehr leckeren Hüttenessen dazu genutzt, auf der Terrasse mit Blick ins Tal noch ein Getränk sowie die Aussicht zu genießen. Nach einem anstrengenden Tag sind wir dann sogar schon vor der eigentlichen Hüttenruhe um 22 Uhr todmüde ins Bett gefallen.

Wanderübersicht Hüttenwanderung Bischofsmütze Tag 1

Startpunkt: Mautstelle Hoflamen in Filzmoos (47.442929, 13.519475 ins Navi eingeben)
Ziel: Hofpürglhütte
Länge: ca. 14km
Höhenmeter: ca. 1150 HM
Dauer: ca. 4,5 Stunden reine Wanderzeit, wir haben insgesamt ca. 7 Stunden gebraucht
Schwierigkeit: mittel-schwer; Wanderschuhe und alpine Erfahrung sind ein Muss
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Alter Sulzenalmenweg, Blicke auf die Bischofsmütze, Sulzenhals und Gipfelkreuz am Sulzenschneid, Blick auf die Hofpürglhütte
Verpflegungsmöglichkeiten: Sulzenalmen Kralehenhütte und Wallehenhütte
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Hüttenwanderung Bischofsmütze Tag 2: Von der Hofpürglhütte zur Gablonzer Hütte

Einigermaßen gut ausgeruht – so ausgeruht wie man nach einer Nacht mit ordentlich Gewitter in einem Matratzenlager eben so ist – endete unsere erste Übernachtung auf einer Berghütte zusammen mit der Hüttenruhe um 6 Uhr.

Ehrlicherweise ist der frühe Start allerdings eines der Highlights bei einer solchen Hüttenwanderung, da man zu dieser Zeit noch recht alleine unterwegs ist und wir somit die ersten Sonnenstrahlen des Tages fast exklusiv erleben haben.

Perfekter Start in den Wandertag: Ein gutes Frühstück auf der Hütte

Vor dem Wandern haben wir unseren zweiten Tag der Hüttenwanderung „Rund um die Bischoftsmütze“ mit einem leckeren und stärkenden Frühstück direkt auf der Hofpürglhütte gestartet. Die Auswahl war hier wirklich reichlich und Müsli, Brot, Wurst, Käse, Kaffee und Tee haben uns Wanderer bestens auf die anstehenden knapp 9km des Wandertages vorbereitet.

Zusammen mit der inzwischen schon breit strahlenden Sonne haben wir uns dann auf gemacht, um den ersten Abschnitt, und damit auch den ersten Anstieg des neuen Tages, zu bewältigen.

Fantastischer Hüttenwanderungsausblick auf dem Steiglpass

Dazu wanderten wir zuallererst ein Stück den Weg zurück, den wir am letzten Nachmittag schon auf dem Weg zur Hofpürglhütte zurückgelegt haben, mussten uns dann aber relativ schnell weiter links gehalten und begonnen, den etwas anspruchsvolleren und gerölligen Anstieg hoch zum ersten Etappenziel des Tages, dem Steiglpass zu erklimmen.

In Serpentinen geht es immer weiter nach oben und kurz vor Erreichen des Passes warten sogar einige mit Drahtseilen versicherte Stellen auf die tüchtigen Wanderer. Allgemein ist dieser Abschnitt zwar durchaus schweißtreibend am frühen Morgen, aber gut zu meistern. Belohnt wird man außerdem direkt bei Erreichen der Passhöhe.

Aber der fantastische Weitblick ist nicht das einzige Highlight hier oben. Mit dem Erreichen des Steiglpasses auf unserer Hüttenwanderung in Österreich verlässt man auch (vorerst) das Salzburger Land und kommt nach Oberösterreich.

Auf der Hüttenwanderung verlassen wir das Salzburger Land und setzt seinen Weg in Oberösterreich fort

Nachdem wir die Aussicht wirklich ausgiebig genossen haben, führte uns der nächste Teil der Wanderung zuerst auf einem Bergpfad entlang des Gosaukamms und dann durch eine Scharte wieder einige Höhenmeter den Berg hinunter.

Auch hier warteten auf uns während unserer ersten Hüttenwanderung wieder einige kraxelige Stücke; sogar Ende Juli konnten wir noch das eine oder andere kleine Schneefeld entdecken. Nach dem Abstieg, welcher uns bei strahlendem Sonnenschein vorwiegend durch felsiges Gebiet führte, folgt anschließend ein waldiges und doch recht dicht bewachsenes Stück auf der Wanderung.

Dort wird es dann, auch ohne nennenswerte Gesamtsteigung, echt anstrengend. Immer wieder geht es nämlich recht steile Wegabschnitte bergauf oder bergab – wir haben uns nicht nur einmal gedanklich (oder vielleicht auch laut ausgesprochen) bei unseren Wanderstöcken für ihre Unterstützung bedankt.

Genügend Wasser ist das A&O bei einer Hüttenwanderung

Wichtig für Tag 2 der Hüttenwanderung „Rund um die Bischofsmütze“ ist auch zu wissen, dass es auf dem Weg keine Einkehrmöglichkeit gibt. Noch mehr als sonst sollte also genügend Wasser zur Ausrüstung für den Tag gehören.

Hat man sich langsam, aber sicher den durch den Wald führenden Wanderweg entlanggekämpft, wird man nach circa drei Vierteln des Weges mit den ersten Blick auf den Gosausee, dem wir schon am Anreisetag einen Besucht abgestattet hatten, belohnt.

An der Rückseite der Bischofsmütze wird man mit einem Blick auf den Gosausee belohnt

Am niedrigsten Punkt der Wanderung hat man zudem die Chance, in circa 20-30 Minuten zum See hinabzusteigen und dort eine Rast einzulegen. Vom See kann man dann auf demselben Weg wieder hinaufsteigen oder die Gondelbahn nach oben nehmen.

Wir haben uns gegen diese Option entschieden und direkt den letzten Anstieg in Richtung des Tagesziels, der Gablonzer Hütte, in Angriff genommen. Um dort hinzukommen, muss man von der Weggabelung aus nochmal ungefähr 300 Höhenmeter bewältigen. Der Weg führt zwar zu großen Teilen durch den Wald, es gibt aber auch immer wieder Stücke in der prallen Sonne. Gute zu Wissen: Kurz vor dem Ende der Wanderung wartet am Anstieg eine Quelle mit frischem, klaren Bergwasser auf durstige Wanderer. Zwar ist man an der Quelle schon fast angekommen, eine kleine Rast zum stillen unseres Durstes haben wir uns aber nicht nehmen lassen.

Auf der Gablonzer Hütte wird der Wanderer mit bester Sicht und leckerster österreichischer Küche belohnt

Kommt man dann nach einem trotz der kurzen Strecke sehr anstrengenden Wandertag um die Bischofsmütze auf der Gablonzer Hütte an und hat sein erstes Kaltgetränk in der Hand, könnte das Gefühl kaum besser sein. Bei bestem Ausblick von der in einem Skigebiet gelegenen Hütte haben wir es uns nicht nehmen lassen, auf der Sonnenterrasse einen richtig guten Kaiserschmarren zu verzehren, um wieder zu Kräften zu kommen.

Eine ordentliche abendliche Stärkung gehört zu einer Hüttenwanderung unbedingt dazu

Danach hieß es, in unser vorher per Anruf gebuchtes Dreierzimmer, dass wir zu unserer Freude alleine hatten, einzuchecken, zu duschen und dann wegen des sich ankündigenden Gewitters in den Gastraum umzuziehen. Dort isst man abends anders als auf der Hofpürglhütte á la Carte und hat somit die Qual der Wahl zwischen österreichischen Spezialitäten wie Käsespätzle, Wiener Schnitzel und Co. Die Küche ist wirklich hervorragend und die Wirtsleute haben sich bestens um ihre Gäste gekümmert – ein richtig schönes Hüttenerlebnis!

Auch an diesem Abend sind wir hundemüde ins Bett gefallen und haben Kräfte gesammelt, um den dritten und letzten Tag unserer Wanderung anzugehen.

Wanderübersicht Hüttenwanderung Bischofsmütze Tag 2

Startpunkt: Hofpürglhütte
Ziel: Gablonzer Hütte
Länge: ca. 9,5km
Höhenmeter: ca. 760 HM
Dauer: ca. 4 Stunden reine Wanderzeit, wir haben insgesamt ca. 7 Stunden gebraucht
Schwierigkeit: mittel-schwer; Wanderschuhe und alpine Erfahrung sind ein Muss
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Steiglpass, alpine Schneefelder, Blick auf den Gosausee, das Essen auf der Gablonzer Hütte
Verpflegungsmöglichkeiten: keine
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Hüttenwanderung Bischofsmütze Tag 3: Von der Gablonzer Hütte zurück nach Filzmoos

Dank unseres Glücks, das Zimmer für uns alleine gehabt zu haben, sind wir noch ausgeruhter und noch früher in den letzten Tag unserer Hüttenwanderung um die Bischofsmütze gestartet. Das war auch notwendig, da für den Nachmittag Gewitter angesagt waren und wir es vermeiden wollten, von Blitz und Donner überrascht zu werden.

Das Frühstück auf der Gablonzer Hütte hat das auf der Hofpürglhütte sogar nochmals übertroffen, da es ofenfrische Brötchen, eine große Auswahl an Müsli und eine Menge frisches Obst gab. Hervorragende Voraussetzungen also für einen gelungenen Tag am Berg.

Der letzte Tag der Hüttenwanderung um die Bischofsmütze startet mit einem Anstieg zurück ins Salzburger Land

Bereits um viertel nach Sieben war wir wanderbereit und haben direkt zum Start den wartenden Anstieg in Angriff genommen, der einen zurück über die Grenze ins Salzburger Land bringt. Info für alle Klettersteigbegeisterten: Von der Gablonzer Hütte lässt sich der relativ schwierige Klettersteig am Donnerkogel einfach erreichen.

Hat man den ersten Anstieg geschafft, geht es in leicht technischem Gelände direkt wieder abwärts. Außer ein paar Kühen und uns war niemand unterwegs, sodass wir die Zeit am Berg in voller Ruhe genießen konnten. Hat man den Abstieg ebenfalls hinter sich gelassen, geht ein angenehm zu laufender Bergpfad unterhalb des Donnerkogels mit tollem Bergpanorama entlang.

An der Stuhlalm können Wanderer die erste Rast des Tages einlegen

Hat man die ersten 4km zurückgelegt (die Gesamtstrecke sind 16km), wartet die idyllisch gelegne Stuhlalm auf fleißige Wanderer, die Lust auf eine Pause haben. Wir sind nicht eingekehrt, da die Strecke recht flott zurückgelegt war und wir immer noch die drohenden Gewitter am Nachmittag im Hinterkopf hatten.

Neben der Stuhlalm liegt die Theodor-Körner-Hütte, auf der man mit Reservierung auch übernachten kann. Auch diese Hütte haben wir hinter uns gelassen und sind über eine wunderschöne Almhöhe bergab in ein kleines Waldstück gewandert.

Über steile Serpentinen geht es hinauf zum Stuhlloch, einer Passhöhe

Hat man dieses durchquert, wartet das steilste und anspruchsvollste Stück des Tages. Über einige steile, aber gut zu begehende Serpentinen schlängelt man sich langsam, aber sicher hoch zum Stuhlloch, einer Passhöhe mit grandiosem Ausblick. Die letzten Meter hoch zum Stuhlloch sind sogar seilversichert und leicht ausgesetzt, die eigenen Hände reichen zur Sicherung aber vollkommen aus.

Oben am Stuhlloch angekommen heißt es, durchzuatmen, den Blick zu genießen und dem Körper mit einem großen Stück Wasser etwas Kraft zurückzugeben. Die braucht man auch, denn der Anstieg geht noch etwas weiter!

Auf dem Weg zur Sulzkaralm hat uns ein Schauer erwischt

Während dieses Anstiegs, der übrigens der letzte der Tour ist, haben wir den einen oder anderen besorgten Blick in Richtung Himmel geworfen. Es sah nämlich so aus, als würde aus Richtung des Tals um Filzmoos ein Schauer auf uns zuziehen. Leider hatte uns die Ahnung nicht getäuscht und wir sind in den Regen gekommen. Glücklicherweise war es nur Regen und kein Gewitter, sodass wir schnell unsere Regenjacken angezogen und unsere Rucksäcke mit Regenüberzugen gestützt haben.

Auf der Sulzkaralm am Salzburger Almenweg kann man frisch gebackenen Kuchen genießen

Und wir waren sogar gleich doppelt glücklich: Nicht nur, dass wir vom Gewitter verschont geblieben sind, sondern auch, dass nach nur gut 20 Minuten im Regen die Sulzkaralm vor uns aufgetaucht ist. Dort hatten schon einige andere Wanderer Schutz vorm Regen gesucht, sodass wir ins guter Gesellschaft waren. Da der Regen zudem mit unserer Ankunft an der Alm aufhörte und die Sonne sich wieder zeigte, konnten wir unser Getränk sowie frisch gebackenen Kuchen der sehr netten Wirtsleute sogar auf der Terrasse genießen.

Gut gestärkt geht es auf die zweite Hälfte des letzten Tages der Hüttenwanderung „Rund um die Bischofsmütze“

Gut zu wissen: An der Sulzkaralm hat man quasi alle Höhenmeter des Tages und bereits die Hälfte der Strecke hinter sich. Da der Rest des Weges auf dem gut ausgebauten Salzburger Almenweg entlangführt, der auf diesem Stück auch sehr familiengeeignet ist, ist dieser letzte Abschnitt der Hüttenwanderung „Rund um die Bischofsmütze“ sicherlich der einfachste.

Die nächsten 4km auf dem Forstweg vergehen daher auch fast wie im Flug und man hat genug Zeit, die Natur rund um sich zu genießen und kann sogar den einen oder anderen Blick auf die Hofpürglhütte erhaschen. Kurz vor dem Abstieg nach Filzmoos bietet sich mit der Aualm/Kirchgasshütte dann die letzte Möglichkeit zur Einkehr an, die wir natürlich gerne angenommen haben.

Auf der Aualm/Kirchgasshütte bietet sich die letzte Möglichkeit zur Einkehr

Und ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein gutes Gefühl war! Warum? Weil wir die einzigen „echten“ Wanderer waren, die mit gut gefüllten Rucksäcken und staubigen Wanderschuhen eingekehrt sind. Die restlichen Gäste hatten sich entweder ganz entspannt vom Almexpress „Almi“ auf die Hütte fahren lassen oder waren mit dem E-Bike angereist. Wir durften uns der anerkennenden Blicke der Wirte sicher sein und haben dabei unsere hervorragende Brotzeit sehr genossen.

Auf den letzten Metern nach Filzmoos kann man die Wanderung „Rund um die Bischofsmütze“ Revue passieren lassen

Da die letzten Kilometer, auf denen man nach Filzmoos absteigt, wirklich entspannt sind und die letzten 1500m sogar flach entlang der Mautstraße gehen, hat man genug Zeit, die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren zu lassen. Uns hat unsere erste Hüttenwanderung, die aus unserer Sicht in Bezug auf Gelände und Strecke durchaus anspruchsvoll, aber gut machbar, war, sehr gut gefallen. Wir haben zwar das eine oder andere Mal innerlich geflucht, die Naur der Berge aber so sehr genossen, dass diese Tour ganz bestimmt nicht unsere letzte gewesen sein wird. Unsere Highlights neben den zahlreichen klasse Ausblicken beim Wandern waren sicherlich die beiden Abende auf den Hütten, die das Ganze zu einem einzigartigen Erlebnis haben werden lassen.

Mit diesem Gedanken und der Vorfreude, noch weitere fünf Tage in einem Hotel in Leogang zu verbringen (unsere Erlebnisse dort werden wir ganz bald mit euch teilen), sind wir wieder am Ausgangspunkt an der Mautstelle in Filzmoos angekommen. Wir hatten es tatsächlich geschafft!

Wanderübersicht Hüttenwanderung Bischofsmütze Tag 3

Startpunkt: Gablonzer Hütte
Ziel: Mautstelle Hofalmen in Filzmoos
Länge: ca. 16km
Höhenmeter: ca. 500 HM
Dauer: ca. 5 Stunden reine Wanderzeit, wir haben insgesamt ca. 7 Stunden gebraucht
Schwierigkeit: mittel-schwer; Wanderschuhe sind ein Muss und Wandererfahrung von Vorteil
Wetter: Trockenes Wetter wäre gut, bei Regen könnten einige Stellen sehr rutschig werden
Highlights: Blicke auf die Bischofsmütze, Wandern auf dem Salzburger Almenweg, Aufstieg zum Stuhlloch
Verpflegungsmöglichkeiten: Stuhlalm, Sulzkaralm, Aualm/Kirchgasshütte
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

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13 Kommentare Gib deinen ab

  1. DieReiseEule sagt:

    Wow. Hut ab. Ich wandere ja auch gerne, aber es klingt schon recht anstrengend, was ihr da geleistet habt.

    Liebe Grüße
    Liane

    Gefällt 1 Person

  2. hikingthealps sagt:

    Hatte noch nie vorher von der Bischofsmütze gehört, scheint aber echt eine tolle Ecke zu sein. Vielen Dank für diesen Tipp und die tollen Infos und Fotos zur Wanderung!!

    Gefällt 1 Person

    1. Sehr gerne! Das freut uns! 🙂

      Gefällt mir

  3. Mandy Rohm sagt:

    Hey Ihr beiden,
    eine Hüttentour in Österreichs Bergwelt, das möchte ich auch unbedingt mal machen. Eure Fotos machen Lust auf die Bischofsmütze, von der ich bisher noch nie gehört habe.
    Danke für die tollen Tipps und fürs Teilen der Route.
    Liebe Grüße
    Mandy

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Mandy,

      lieben Dank Dir. 🙂
      Wir freuen uns falls du die Tour wirklich in Angriff nehmen wirst.

      Viele Grüße
      Nina & Malte

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  4. Ich nehme mir schon so lange vor eine mehrtägige Wanderung zu machen, nicht zu lange, nicht zu anstrengend. Da kommt dein Tipp mit der Bischofsmütze gerade recht! Tolle Fotos!

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    1. Hört sich gut and und wir können die Tour, wie schon geschrieben, quasi eineingeschränkt empfehlen. Gerade als erste mehrtägige Wanderung! 🙂

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  5. coeser_de sagt:

    So eine coole Tour, genial! Die Bischofsmütze liebe ich aufgrund ihrer besonderen Form sowieso, deshalb war es für mich spannend zu sehen, welche Tourvariante ihr gewählt habt. Kommt jedenfalls gleich auf meine To-Do-Liste!

    Viele Grüße aus Wien
    Christian

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    1. Lieben Dank und wir freuen uns, wenn du die Tour tatsächlich angehst! 🙂

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  6. Angela sagt:

    Ich will schon so lang mal eine Hüttenwanderung machen und trau mich einfach nicht ran. Ich glaube nach dem ersten Tag eurer Tour gäbs für mich erstmal Pause auf der Hütte. 😉 Ich müsste da mit meinem Sohn definitiv kleinere Brtöchen backen. Aber es klingt einfach toll.
    Danke fürs Mitnehmen!
    Angela

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Angela,

      wir haben auch lange gezögert und am Ende froh es gemacht zu haben! 🙂
      Und es gibt ja wirklich viele verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeiten.

      Viele Grüße

      Nina & Malte

      Gefällt mir

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