Klassische Touri-Erfahrungen in (N)Iceland, Teil II

Ein bisschen was haben wir euch zu Island ja nun bereits berichtet. Ist halt auch schön. Haben übrigens auch andere Leute gemerkt. Seit unserem Auslandssemester dort fahren – zumindest gefühlt – eine Menge mehr Menschen auf die kleine Insel ganz im Norden Europas. Wir sind eben Trendsetter! Kann man einfach nicht anders sagen.

Habe ich ja schon immer gewusst, wie lässig wir sind. Kein Wunder, dass uns der internationale Jetset immer hinterher reist. Jetzt mal Spaß beiseite: gefühlt fährt momentan wirklich jeder nach Island. Scheint ganz schön hip zu sein dort. Womit wir wieder bei uns wären, wir alten Trendsetter.

Ok, wir wissen übrigens warum ihr diesen Beitrag eigentlich lest. Ihr wollt wissen, wie es mit uns weitergegangen ist. Verraten wir aber nicht. OK, wenn es unbedingt sein muss  – aber erst später in diesem Beitrag (Ja, wir wissen, dass es eigentlich keinen interessiert, aber wir erzählen es eben gerne. OK?). Erstmal zu einer DER touristischen Erfahrungen in Island: Der Golden Circle.

Wie, das interessiert keinen? Vergesst Kate und William, wir haben auf jeden Fall die bessere Story. Zwar mit weniger Glamour, aber dafür sind wir auch volksnäher. Okay, ich merke , wie sich das anhört…lieber wieder schnell zurück zum Thema.

Offiziell bestehend aus Þingvellir, Haukadalur, Gullfoss und Kerið (Ihr wisst Bescheid, oder?) bietet er kurz hinter den Toren Reykjaviks (welche Tore?) in einem Abwasch (abwaschen muss immer ich – auch wenn manch einer behauptet, meine Qualitäten darin ließen zu wünschen übrig) all das, wofür Island steht.

Um aber nun ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen, fangen wir der Reihe nach an. Eines nach dem anderen also. Immer nacheinander. Und so weiter. Und eins verspreche ich: Am Ende gibt es, wenn ihr Glück habt, noch einen kleinen Geheimtipp. Weiterlesen lohnt sich, versprochen! Aber nicht schummeln. Den Tipp muss man sich verdienen – sowohl hier als auch auf der Tour selbst.

Þingvellir

Haukadalur und Strokkur

Gullfoss

Kerið

Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte, oder? Aber wir wollen euch nicht dumm sterben lassen. Ein paar mehr Infos gibts noch:

Das übernehme lieber ich. Bin ja eh als Besserwisser verschrien. Was irgendwie stimmt. Aber was soll man machen, wenn man Dinge weiß? Wäre ja schaden, wenn meinen Mitmenschen die Chance genommen werden würde, sich weiterzubilden.

Ja ne, ist klar. Ich sag mal nix mehr.

Los gehts also zu „Island kompakt mit Malte“ in Þingvellir. DER Klassiker in Island. In Þingvellir treffen zwei tektonische Platten, die amerikanische und die eurasische, aufeinander. (Ah ja so war das. Ich erinnere mich…nicht! :D) Das Ergebnis: eine sich ständig verändernde Schlucht, die zudem teilweise mit kristallklarem Wasser gefüllt ist. Egal, ob nur ein einfacher Spaziergang oder gleich ein Tauchgang, Þingvellir ist immer einen Besuch wert. Zudem gibt es einen Wasserfall, der per Hand angelegt wurde. Und für alle Klugscheißer unter euch noch ein Fakt der Kategorie Expertenwissen: Þingvellir ist der Treffpunkt eines der ältesten Parlamente der Welt, des Althing. Einmal jährlich trafen sich hier Wikinger, um Gesetzte zu besprechen und Gerichtsurteile zu sprechen. Das weiß ich wirklich noch!

Weiter gehts zum nächsten Stop, der geothermal aktiven Region Haukadalur („Tal der Greifvögel“). Hier erwartet euch der Namensgeber aller Geysire, der große Geysir. Ist aber leider inaktiv, der Gute. Macht aber nichts, da sein Nachbar Strokkur circa alle 10-15 Minuten recht beeindruckend ausbricht. Der Geruch nach faulen Eiern ist nicht jedermanns Sache, man gewöhnt sich aber dran. Liegt übrigens am Schwefel. Eine kleine Kletterpartie auf den Hügel hinter Strokkur verschafft einem übrigens eine noch bessere Sicht auf dieses beeindruckende Naturschauspiel.

Ja, der Blick ist wirklich super. Übrigens auch der auf die Touristen, die dort minutenlang mit gezückter Kamera stehen, um genau dann ein Video zu machen, wenn die Wassermassen in die Höhe spritzen. Und es genau dann verpassen. Herrlich!

Stichwort Wasser. Mein Liebliengsort auf dem Golden Circle ist nämlich Gulfoss, ein mächtiger Wasserfall. Europas größter. Meine ich. Einfach unglaublich beeindruckend, wie tausende Liter Wasser jede Sekunde in eine Schlucht hinunterstürzen. Bei gutem Wetter könnt ihr sogar den nächsten Gletscher, Langjökull, sehen. Es gibt einen kleinen Pfad mit gut gemachten Hinweistafeln hinunter zum Wasserfall, den solltet ihr euch auf jeden Fall anschauen. Habt ihr genug Wasser gesehen, bleibt nur noch ein Ziel: Kerið. In dem inaktiven Vulkankrater hat sich ein See gebildet, den ihr in einer kurzen Wanderung auf dem Krater bewundern könnt.

Ja insgesamt ist der Golden Circle zwar sehr touristisch (woran wir das erkennen? Viele Asiaten in großen Bussen, die Bilder mit Tablets machen), aber definitiv einen Ausflug wert.

Hah, ihr habt doch nur bis hierher gelesen, weil ihr wissen wolltet was der Geheimtipp ist. Fragt Malte…seinetwegen durfte ich es auch nur erfahren. Hui, ich bin ganz aufgeregt. Komm, ich verrate es euch. Ist aber nicht ganz einfach, dort hinzukommen. Erste Hürde: Koordinaten ins Navi eingeben (Pros können natürlich auch Karte und Kompass zur Hilfe nehmen). Ja, das geht mit jedem standardmäßigen Navi und auch bei Google Maps. Das folgende müsst ihr Folgendes unfallfrei eingeben, am besten zum Ende eurer Tour:

N64 08.034 W20 15.428 (dezimal) oder 64°08’02.0″N 20°15’25.7″W (Minuten)

Eine kleine Hürde, bevor euer Trip losgehen kann: dezimal/Minuten Einstellung im Navi herausfinden und entsprechend eingeben. Ich habe euch mal beide Darstellungen aufgeschrieben. Ihr solltet in der Nähe von Fludir herauskommen – nur so als Tipp zum Prüfen.

Ihr fragt euch, wo ihr hinkommt, wenn ihr der Route folgt? Ich verrate es. Endlich. Zu einer verborgenen heißen Quelle, in der ihr ganz umsonst die isländische Natur genießen könnt! Hrunalaug heißt sie. Wahnsinnig schön gelegen, 38 Grad warmes Wasser und eine unglaublich angenehme Stille. Was könnte es besseres geben? Nichts. Eben. Schaut selbst:

 

Zurück zur Wegbeschreibung: Habt ihr euer Auto geparkt, müsst ihr zu Fuß zwei kleine Hügel überwinden.Zwei Becken (ein kleines und ein großes) bieten insgesamt gut 10 Personen Platz. Ich kann euch eines sagen: nach einen Tag auf dem Golden Circle ist die heiße Quelle der perfekte Ausklang! Besonders zu empfehlen übrigens, wenn es schon geschneit hat. Ja, ja, ja!

Eine letzte Bitte: tut uns und vielmehr der Natur einen Gefallen und nehmt eure Abfälle wieder mit nach Hause, wenn ihr die Quelle verlasst. Gehört sich einfach so. Und meldet euch mal, wenn ihr dort wart. Für uns auf jeden Fall einer DER Lieblingsorte in Island.

Das bringt uns gleich Mal zum nächsten Überlebenstipp in Island, der mit dem stark schwefelhaltigen Wasser zusammenhängt. Ihr werdet merken, dass euer gesamter Silberschmuck matt anlaufen wird. Was man dagegen machen kann?

Island-Regel Nr. 2: 1-2 TL Salz in eine Schüssel, geben, dazu ein paar Schnipsel Alufolie. Den Silberschmuck dann auf die Folie legen und mit heißem, nicht mehr kochenden Wasser begießen. 2-3 Minuten warten und der Schmuck glänzt wie neu. Kann man übrigens wiederholen, sollte beim ersten Mal nicht alles gelöst worden sein. Wie das funktioniert? Ich sage nur Chemie, Klasse 10.

Wie es übrigens mit uns weiterging? Wir sind gelaufen. Erinnert euch irgendwie an die letzte Story aus Island (Ich sag nur Walking Tour)? Ja, wir sind wieder gelaufen. Und gelaufen. Und gelaufen. Und gelaufen…

Wie lange das noch so gehen soll? Fragt mal Malte. Das habe ich nämlich auf dem Weg zum Leuchtturm auch das eine oder andere Mal gefragt. Ihr merkt schon, dass hier irgendwie ein anklagender Tonfall in der Luft liegt. Ich bin gespannt, was da noch kommt…

Aber von Vorne: Nach der gemeinsamen (aber nicht exklusiven) Walking Tour ging das Kennenlernen in Reykjavik erst so richtig los. Also so mit allen. Versteht sich von selbst, oder? Komischerweise habe ich trotzdem, an einem schönen Abend, als die Vorhersage für Northern Lights (oh ja, hierzu folgt noch ein eigener Artikel) besonders gut war, ausgerechnet Malte gefragt, ob er diese eventuell auch ansehen wollen würde. Unter Umständen. Mit mir. Also, falls es sich so ergeben würde. Er dachte nicht so lange nach – dachte ich. Jedenfalls war er ziemlich schnell da und hatte im Gepäck sogar DEN ultimativen Geheimtipp: „Komm, wir gehen eben zu dem Leuchtturm. Da ist es dunkel. Da sehen wir die Nordlichter super.“  Ich weiß, was er nun denkt, aber nichts in die Richtung war los (ist zumindest bis heute meine naive Meinung). Vielmehr liefen wir und liefen wir und liefen wir und liefen wir…

Haaaaalt, stop! Jetzt muss ich mich aber mal einschalten. Der Beginn der Geschichte stimmt – Nina hat mich gefragt, ob ich mit ihr Nordlichter gucken möchte. Wollte ich natürlich. Problem: ich lag mit Halsschmerzen und Erkältung schon im Bett. Bin dann aber fix aufgestanden und habe Nina in einer Bar in Downtown aufgesammelt. Ab jetzt habe ich ein paar alternative Fakten: Erstens kam der Vorschlag mit dem Leuchtturm von ein paar anderen Studenten und zweitens hat Google Maps behauptet, wir wären in unter 30 Minuten dort. Dass das eine krasse Lüge sein sollte, konnte ich ja nicht ahnen.

Es hat jedenfalls viel, viel, viel länger gedauert. Und war kalt. Und windig wie Sau. Als wir dann irgendwann mal da waren, gab es eines nicht: Nordlichter. Schade Schokolade. Also haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Und Nina durfte meine Handschuhe, die ich, clever wie ich bin, natürlich dabei hatte, haben. Wir sind also Hand in Hand (ja!) wieder losgestiefelt. Unangenehmes Schweigen gab es Gott sei Dank keines. Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten und ich mochte Nina noch ein bisschen mehr nach dem Abend. War nämlich ziemlich gut, mal ein bisschen Zeit zum Kennenlernen zu haben. Am nächsten Tag ging es mir übrigens beschissen. Aber hat sich gelohnt.

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