Ein deutscher Klassiker: Wochenendtrip nach Heidelberg

Achtung, Klischee-Alarm! Welche Stadt nimmt jeder Amerikaner mit, wenn er oder sie eine Reise durch Europa macht? Richtig, den deutschen Klassiker: Heidelberg. Da Nina erst ein Mal kurz und Malte noch die dort war, haben wir die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mit Freunden einen Städtetrip nach Heidelberg organisiert.

Städtetrip Heidelberg Tag 1: Ankommen und gutes Essen genießen

Warum Heidelberg? Weil es für einen Trip mit unseren Freunden, die aus München und Bern angereist sind, strategisch gut gelegen und für alle entfernungsmäßig grob gleich weit ist. Von Bonn kommend hatten wir auf einem Freitagnachmittag sogar das Glück, ohne Verzögerung durchzukommen, während unsere Freunde aus München den einen oder anderen Stau mitgenommen haben. Aus der Schweiz lässt es sich übrigens hervorragend per Bahn anreisen.

Unsere Empfehlung für einen Städtetrip nach Heidelberg ist, sich mindestens ein ganzes Wochenende Zeit zu nehmen. Wir sind am Freitagnachmittag angereist und mussten leider schon Sonntag nach dem Frühstück wieder abreisen. Wer mehr Zeit hat, sollte sie sich nehmen!

Für einen Städtetrip nach Heidelberg sollte man sich frühzeitig um eine Unterkunft kümmern

Da wir unseren Trip für mitten in der Ferienzeit im August geplant hatten, haben wir uns glücklicherweise frühzeitig um eine Unterkunft gekümmert. Warum? Weil Heidelberg so beliebt zu sein scheint, dass selbst Monate vorher Unterkünfte rar waren. Wir haben aber wie eigentlich immer eine schöne Bleibe gefunden, die wir über eines der großen Buchungsportale recherchiert haben.

Da wir zu fünft unterwegs waren, kam für uns nur eine Ferienwohnung in Frage. Unsere „Zweite Heimat Heidelberg“ lag bestens gelegen im sehr schönen Stadtteil Neuenheim (ca. 30 Minuten zu Fuß in die Altstadt), der uns direkt mit seinen vielen Altbauten verzaubert hat. Die Wohnung selbst war super schön eingerichtet, groß genug und hatte sogar einen kleine Dachterasse, die wir auf unserem Städtetrip nach Heidelberg das eine oder andere Mal genutzt haben.

Für einen gelungenen Abend auf Städtereise in Heidelberg lohnt sich eine Restaurantreservierung

Da wir nach den teilweise doch längeren Anreisen alle hungrig waren, hatten wir in weiser Voraussicht einen Tisch im Restaurant uuuhmami reserviert. Die Reservierung auf der Terrasse hat sich auf jeden Fall gelohnt, da der Laden ziemlich gut besucht war. Warum, haben wir erfahren, als wir unsere Pinsa (ja, richtig gelesen) vor uns stehen hatten. Diese italienische Spezialität, die uns vorher unbekannt war, ist eine Art Pizza mit dickerem und knusprigerem Teig, die in den verschiedensten Varianten belegt wird. Könnt ihr euch nicht vorstellen? Seht selbst!

Für den großen Hunger gab es sogar doppelte Pinsen, die optische ein besonderes Highlight sind. Neben dem uuuhmami gab es auf dem alten Industriegelände übrigens noch einige weitere Restaurants und Bars, sodass auch für Unterhaltung nach dem Essen gesorgt ist.

Den ersten Abend unseres Städtetrips nach Heidelberg haben wir auf unserer Dachterasse ausklingen lassen

Nach diesem wirklich sehr leckeren Essen und einem kurzen Spaziergang zurück zu unserer Unterkunft haben wir uns noch einen Gin & Tonic auf unserer Dachterasse gegönnt, uns mit unseren Freunden auf den neuesten Stand gebracht und Heidelberg bei Nacht beobachtet. Einfach ein perfekter Abend!

Zusammenfassung: Städtetrip Heidelberg Tag 1

Unterkunft: Zweite Heimat Heidelberg (FeWo für 5 Personen für 560 EUR für 2 Nächte)
Must Do: Ankommen, an den Neckar gehen und das Leben genießen!
Restaurants & Cafés: uuuhmami

Städtetrip Heidelberg Tag 2: Die Altstadt, das Schloss und den Philosophenweg erleben

Für Tag 2, unseren einzig vollen Tag in Heidelberg, hatten wir uns eine großen Stadtspaziergang mit vielen Highlights herausgesucht. Um dafür gut gestärkt zu sein, hatte Nina ein ziemlich cooles Café herausgesucht, in dem wir vorher gefrühstückt haben.

Das Café Nomad in Heidelberg bietet super leckeres Frühstück

Im Café Nomad in „unserem“ Stadtteil Neuenheim (es gibt eine zweite Location in der Innenstadt) konnte man zwar keinen Tisch reservieren, hat mit kurzer Wartezeit aber trotzdem einen Tisch bekommen. Und wir können sagen, dass sich das Warten definitiv mehr als gelohnt hat. Von leckeren Bagels und Sandwiches bis zu French Toast und veganen Bowls ist für jeden Geschmack etwas dabei. Dazu haben uns Kaffee sowie Chai Latte als auch der sehr freundliche Service überzeugt.

Auf dem Philosophenweg kann man Heidelberg aus den Weinbergen erleben

Bestens gestärkt sind wir dann losgezogen, um unseren Spaziergang, zu dem ihr die genaue Route unten findet, auf dem Philosophenweg zu starten. Dieser durch die Weinberge führende Weg gehört zu den wärmsten Stellen Deutschlands und bietet daher ein ganz besonderes Klima, in dem auch exotische Pflanzen bestens gedeihen. Den Namen hat der Weg von bekannten Philosophen von Hölderlin bis Eichendorff, die hier wandelten und ihren Gedanken freien Lauf ließen.

Der Heidelberger Philosophenweg ist ein beliebtes Ausflugsziel

Von Neuenheim geht der Weg den ersten Kilometer steil bergauf durch eine der teuersten und nobeslten Wohngegenden Heidelbergs, ehe man eine Anhöhe erreicht und dann mit bestem Blick auf die Stadt, das Schloss und den Neckar auf ebener Strecke flanieren kann.

Da der Philosophenweg sowohl für Touristen als auch für Einheimische ein beliebtes Ausflugsziel ist, kann es am Wochenende durchaus etwas voller werden. Wir haben uns entschieden, nicht direkt über den Schlangenweg in die Stadt abzusteigen, sondern vorher noch auf den Heiligenberg weiterzugehen. Dabei kommt sogar ein wenig Wanderfeeling auf, da man durch den Wald über eine kurvige Straße bis zur Ausfluggaststätte Waldschenke geht.

Die Thingstätte ist ein Beispiel für den Baustil der Nationalsozialisten

Von dort aus ist es nur ein Katzensprung zur Klosterruine des Stephansklosters auf dem Heiligenberg, von der neben den Grundmauern ein Turm übrig geblieben ist, von dem man eine hervorragende Aussicht auf Heidelberg hat. Wer es bis hier hin schafft, für den sind auch die wenigen hundert Meter zu einem Baudenkmal, der Thingstätte, einfach zu machen.

Dieses für Propagdandazwecke der Nationalsozialisten gebaute Outdoor Theater bot einst Platz für mehr als 20.000 Menschen (Stehplätze), die hier politisch und kulturell beeinflusst werden sollten. Heute ist die Thingstätte ein mahnendes Baudenkmal für den Größtenwahn und die Ideologie der Nazis, über die auf zahlreichen Infotafeln aufgeklärt wird.

Über den Schlangenweg sind wir zur Alten Brücke in Heidelbergs Altstadt abgestiegen

Nach kurzem Abstieg durch den Wald waren wir zurück auf dem Philosophenweg, den wir über den Schlangenweg in Richtung der Altstadt verlassen haben. Diese erreicht man über die Alte Brücke, die erstmals 1788 fertiggestellt wurde. Nach ihrer Zerstörung im zweiten Weltkrieg haben die Heidelberger direkt nach dem Ende des Kriegs so viele Spenden gesammelt, dass die Brücke schon 1947 wieder nutzbar war. Bis heute ist sie eines der Wahrzeichen der Stadt, das wirklich schön anzusehen ist.

Direkt hinter der Brücke liegt die Brauerei Vetter, in der wir uns mit einem Probierbrett Bier aus eigener Produktion erfrischt haben. Wer mag, kann gegen ein kleines Pfand auch größere, frisch gezapfte Glasflaschen zum Mitnehmen erstehen.

Das Heidelberger Schloss ist eines der Highlight auf einem Städtetrip

Über den großen Platz vor der Heiliggeistkirche und vorbei am Kornmarkt haben wir danach den zweiten Anstieg des Tages, dieses Mal zum Heidelberger Schloss, in Angriff genommen. Wir haben den Weg über die 300 Treppenstufen gewählt, für den man sich an der Abzweigung rechts halten muss. Wer mag, kann sich für eine Führung durch die Ruinen anmelden, wir sind nur etwas herumgeschlendert. Die wichtigsten Fakten wollen wir euch natürlich dennoch nicht vorenthalten.

Erstmals erwähnt wurde das Schloss, das wichtigste Wahrzeichen Heidelbergs, Mitte des 12. Jahrhunderts. Durch die Schlossherren und Könige wurden immer wieder Erweiterungen und Veränderungen vorgenommen, im Pfälzischen Erbfolgekrieg des 17. Jahrhunderts fand eine fast vollständige Zerstörung durch die Franzosen statt. Nach einigen Wiederaufbauversuchen schlugen 1764 zwei Blitze ein, die die Anlage in Brand setzten. Danach wurden die Restaurierungsversuche aufgegeben und das Schloss besteht bis heute in dieser Form.

Der Eintritt ins Schloss schlägt übrigens mit 9EUR (4,50EUR ermäßigt) zu Buche und beinhaltet sogar die Hin- und Rückfahrt mit der Bergbahn. Wer nach dem Besuch des Schlosses außerdem noch höher hinaus möchte, kann noch hinauf zum Königsstuhl. Der knapp 570m hohe Berg kann ebenfalls mit der Bergbahn erreicht (zwei Stationen weiter als das Schloss) oder erwandert werden. So oder so soll die Aussicht von dort oben auf Heidelberg grandios sein. Mehr Informationen könnt hier auch bei den Bergbahnen Heidelberg finden.

In Heidelberg kann man in Deutschlands längster Fußgängerzone shoppen

Zurück am Kornmarkt haben wir uns bei der Eisdiele Gelato ein super leckeres Eis geholt, mit dem wir dann durch Deutschlands längste Fußgängerzone bis zum Bismarckplatz geschlendert sind. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung bis zu den Neckarwiesen, auf denen an schönen Tagen viele Familien grillen, Menschen entspannen und eine gute Zeit haben. Baden im Neckar ist übrigens explizit nicht empfohlen, da die Wasserqualität eher dürftig ist!

Einen Abstecher in die Heiliggeistkirche, welche aus dem 14. Jahrhundert stammt, haben wir uns bei unserem Spaziergang durch die Altstadt natürlich auch nicht nehmen lassen.

Auf einem Städtetrip nach Heidelberg lohnt sich ein Ausflug in ein syrisches Restaurant

Nach einer Dusche haben wir uns – wieder zu Fuß – auf den Weg ins syrische Restaurant Palmyra gemacht, in dem wir einen Tisch reserviert hatten. Das Essen hat uns zu 100% Prozent überzeugt, leider war aber der Service an unserem Abend etwas verwirrt und hat ein paar Dinge durcheinander gebracht. Uns hat es trotzdem so gut gefallen, dass wir das Palmyra weiterempfehlen würden. Wer mag, kann draußen oder in einem separaten Raum übrigens auch Shisha rauchen und dabei ein leckeres Getränk genießen.

Ein Schlummertrunk gehört zu jedem Städtetrip nach Heidelberg dazu

Auf dem Weg zurück zu unseren Unterkunft sind wir noch in der Bar Merlin eingekehrt und haben uns durch die äußerst umfangreiche Cocktaikarte probiert. Diese lässt keine Wünsche offen und bietet eine große Auswahl an Klassikern zu sehr fairen Preisen an. Nach dem obligatorischen Gin & Tonic auf unserer Dachterasse sind wir mit dem Gefühl, wirklich viel von Heidelberg gesehen zu haben, ins Bett gefallen.

Unten haben wir auch außerdem noch unseren Spaziergang durch Heidelberg zum Nachbauern hochgeladen. Wir haben die Route als perfekt für einen Städtetrip nach Heidelberg erlebt.

Must Do: Philosophenweg, Aussichtsturm Heiligenberg, Thingstätte, Heidelberger Altstadt, Alte Brücke, Heiliggeistkirche, Schloss und Schlossgärten, die Sonne auf den Neckarwiesen genießen
Restaurants & Cafés: Café Nomad (Neuenheim), Waldschenke, Brauerei Vetter, Eiscafé Gelato, Restaurant Palmyra, Merlin Bar
Spaziergang zum Nachwandern für euer Smart Device: hier entlang

Städtetrip Heidelberg Tag 3: Entspannt in den Tag starten und abreisen

Leider mussten wir Heidelberg schon am Sonntagmorgen nach dem Frühstück wieder verlassen, da uns unsere Verpflichtungen im Mannschaftssport gerufen haben. Da uns das Café Nomad am Samstag sehr gut gefallen hatte, haben wir dort direkt ein zweites Mal gefrühstückt. Auch am Sonntagmorgen war das Café gut besucht, trotzdem haben die bestens organisierten Kräfte aus dem Service und der Küche unser Frühstück in Rekordzeit auf dem Tisch gebracht. Und es war wieder super lecker! Wer in Heidelberg unterwegs ist, muss hier definitiv frühstücken gehen.

Hätten wir noch einen weiteren Tag Zeit gehabt das wunderbare Heidelberg während unseres Städetrips zu erkunden, hätten wir sicher auch noch, die für uns obligatorische Free Walking Tour gemacht. Touren wurden unter anderem hier oder hier angeboten.

Must Do: Entspannt in den Tag starten, Free Walking Tour
Restaurants & Cafés: Café Nomad

Unser Fazit zum Städtetrip nach Heidelberg: Nachreisen lohnt sich!

Auch wenn wir viel zu wenig Zeit hatten, um Heidelberg noch weiter zu erkunden und entdecken, hat uns die Stadt sehr gut gefallen. Besondern die Kombination aus einer lebendigen Studentenstadt, den vielen Altbauten und der schönen Natur rund um die Stadt hat uns überzeugt. Wir empfehlen, einen Tag für einen Stadtspaziergang zu spendieren, da man die Stadt dabei einfach von vielen verschiedenen Blickwinkeln erleben kann. Für uns wird es sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir Heidelberg besucht haben!

Weitere tolle Städtetrips bei Kommrum Reisen

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Travelsanne sagt:

    Mein Patenkind studiert jetzt in Heidelberg – da werde ich gleich mal einen Besuch planen. Eure Tipps hören sich toll an! Die Pinsen kenne ich bisher gar nicht – schaut aber in etwa so aus wie die badischen Dinnele.
    Liebe Grüße von Sanne

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    1. Oh, da hast du ja einen tollen Grund, um nach Heidelberg zu kommen! 🙂

      Und die Pinsen waren für uns tatsächlich auch neu…:-)

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  2. Cornelia sagt:

    Ein schöner Bericht. Tatsächlich würde ich auch sehr gern einmal Heidelberg erkunden. Wenn es bloß nicht so weit entfernt wäre …7 Stunden Anreise ist schon ein Hammer. Und irgendwie verbinde ich die Gegend mit Weinlokalen. Nun ja, vielleicht klappt es irgendwann mit einem Besuch dort.

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    1. Sieben Stunden ist natürlich ein Stück, aber es lohnt sich definitiv. Und vielleicht klappt es ja bald einmal! 🙂

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  3. Theresa sagt:

    Richtig toller Beitrag. Ich war schon ewig nicht mehr in Heidelberg. Jetzt hab ich richtig Lust auf einen Trip dahin bekommen. Vor allem das Essen lockt mich schon sehr.

    Liebe Grüße aus Berlin

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    1. Uns hat es auch wirklich, wirklich gut gefallen! Vielleicht ergibt sich ja bei dir auch bald mal wieder ein Trip! 🙂

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  4. Oh ja, eine wunderschöne Altstsdt mit der ältesten Universität Deutschlands. In meine Studiueit dort habe ich mittendrin gewohnt.

    Der Ausflug auf den Königstuhl ist bei guter Sicht absolut empfehlenswert. Entweder mit der Bahn, auf einer Wanderung an den Sequoia vorbei oder ganz sportlich über die Himmelseiter: https://www.komoot.de/tour/285128653?ref=aso

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