Kraxeln auf dem Marokka Klettersteig in Fieberbrunn

Nachdem wir uns letztes Jahr mit dem Klettersteigvirus infiziert haben, war es diesen Sommer höchste Zeit, mal wieder einen Steig zu gehen und unsere Kletterkünste zu reaktivieren. Passenderweise waren wir nach unserer Hüttentour „Rund um die Bischofsmütze“ noch ein paar Tage im schönen Leogang. Von dort ist es nur ein Katzensprung zum Marokka Klettersteig in Fieberbrunn, den wir euch heute vorstellen wollen.

Klettersteige gehören seit letztem Jahr zu unseren liebsten Outdooraktivitäten

Solltet ihr noch nie einen Klettersteig gemacht haben, aber die Kletterei gerne mal selbst ausprobieren, haben haben wir euch alle Infos zu Klettersteigen für Einsteiger zusammengestellt. Grundsätzlich gilt wie bei allen eher gefährlichen Outdooraktivitäten, sich für das erste Mal einen erfahrenen Guide zu suchen, um alles zu Sicherheit und Technik vom Fachmann zu lernen.

Der Marokka Klettersteig ist von Leogang schnell zu erreichen

Da unser Hotel in Leogang war, haben wir uns nach Klettersteigen umgesehen, die von dort aus gut zu erreichen sind. Der Marokka Klettersteig in Fieberbrunn ist uns dabei besonders schnell ins Auge gefallen, da man von Leogang mit dem Auto nur gut 15 Minuten nach Fieberbrunn, dem Start des Marokka Klettersteigs, benötigt.

Der Klettersteig ist mit einer maximalen Schwierigkeit von C bewertet, hat aber nur ganz zu Beginn zwei C-Stellen, danach sind alle weiteren Stellen maximal B/C. Wir halten diese Bewertung für realistisch und würden den Klettersteig daher auch ambitionierten Einsteigern empfehlen.

Der Aufstieg zum Marokka Klettersteig nahe Leogang erfolgt erstmal per Gondelbahn zum Lärchfilzkogel

Start der Tour ist auf dem großen und kostenlosen Parkplatz der Fieberbrunner Bergbahnen, wo man sein Auto abstellt. Von dort aus nimmt man die Gondel über beide Sektionen (Streuböden und Lärchfilzkogel). Der Preis ist mit 27,50 EUR pro Person für Berg- und Talfahrt zwar nicht günstig, dafür fährt man aber auch mit einer sehr interessanten Seilbahnkonstruktionen mit Gondeln in Vierergruppen. Wir haben mit unserer Saalfelden Leogang Card übrigens noch 1,50 EUR pro Person Rabatt bekommen.

Ist man nach der Gondelfahrt inklusive einmal Umsteigen, die ungefähr 20-25 Minuten dauert, am Lärchfilzkogel angekommen, bietet sich einem direkt ein toller fast 360 Grad Blick auf das Tal von Fieberbrunn.

Vom Lärchfilzkogel wandert man über die Wildalmen in Richtung Marokka Klettersteig

Hat man den Blick lange genug genossen, folgt man zunächst der Beschilderung in Richtung Wildseeloderhaus (auf machen Wegweisern sind die Klettersteige auch separat ausgeschildert). Der erste Kilometer geht entspannt hinab auf eine Almhöhe, wo nach der Überquerung eines kleinen Bachlaufs die beiden Wildalmen liegen, auf denen man zur Rast Einkehren kann. Auf der eigentlichen Wildalm kann man gemütlich rasten, während die Käsehütte zudem einen Verkauf und Degustationen, ein kleines Musuem sowie ein Almkino bietet.

Nach der Wildalm trennen sich die Zustiege zu den Klettersteigen Marokka und Henne

Hat man die Wildalmen passiert, trennen sich die Zustiege zu den Klettersteigen Marokka und Henne (dazu weiter unten mehr). Der Weg geht nun steil bergauf, auf einem Kilometer Strecke warten nun knapp 200 Höhenmeter, die erklommen werden wollen. Der Pfad ist dafür sehr gut begehbar und schlängelt sich in Serpentinen den Berg hinauf. Zudem kann man schon den einen oder anderen Blick auf das Wildseeloderhaus erhaschen, in dem wir nach dem Klettersteig einkehren wollten.

Wichtig: Auf dem Weg zum Marokka Klettersteig wandert man nicht ganz bis zum Wildseeloderhaus, sondern biegt vorher links am Wegweiser in Richtung des Einstiegs des Klettersteigs ab.

Das letzte Stück zum Einstieg des Marokka Klettersteigs hat es in sich

Das letzte Stück ist deutlich anspruchsvoller als der bisherige Zustieg, da der Weg jetzt teilweise ausgesetzt, versichert und geröllig ist. Ein bisschen Kraxelei ist also notwendig, um zum Einstieg des Marokka Klettersteigs zu gelangen. Nur wenige Meter hinter der Einstiegsstelle wartet dann eine Bank, auf der man bei hervorragendem Blick eine kurze Pause einlegen und seinen Klettergurt anlegen kann. Da wir an einem Freitagmorgen unterwegs waren, waren außer uns nur zwei weitere Kletterfreundinnen unterwegs – wir haben uns also Zeit gelassen und in Ruhe unsere Sicherungen angelegt.

Am Einstieg des Marokka Klettersteig warten die schwierigsten Stellen

Und dann kann es auch schon losgehen! Der Einstieg des Marokka Klettersteigs hält direkt zwei knackige, aber gut machbare C-Stellen bereit. Hat man diese erstmal überwunden, wechseln sich immer wieder steile Abschnitte mit Geh-Passagen (Klassifikation A) ab. Sowohl bei den schwierigeren als auch bei den leichteren Stellen sollte man sich immer wieder die Zeit nehmen, den Blick in die Bergwelt der Alpen zu genießen.

Der Marokka Klettersteig bei Leogang hält als besonderes Highlight eine Hängebrücke bereit

Als besonderes Highlight hält der Klettersteig eine Hängebrücke bereit, die aber auch einfach umgangen werden kann. Ehe man den Gipfel erreicht, warten nochmal zwei etwas anstrengendere B/C-Stellen, auf denen es steil in Richtung der Bergspitze geht. Kann man am Anfang des Marokka Klettersteigs noch viel am Fels klettern, sind hier mehr Tritte verbaut. Das ist zwar für kleinere Personen etwas nachteilig, im großen Ganzen ist der Steig aber auch für sportliche Kinder mit Klettersteigerfahrung geeignet.

Am Gipfel des Marokka Klettersteig wird man mit einem super Ausblick belohnt

Nach ungefähr einer Stunde klettern auf dem Marokka Klettersteig ist es dann soweit: Man erreicht den Gipfel und wird mit einem sehr schönen Ausblick für die Anstrengung belohnt. Wir sind eher langsam unterwegs gewesen und haben die Aussicht unterwegs immer wieder genossen, sodass man den Steig insgesamt sicher auch schneller klettern kann.

Vom Gipfel des Marokka Klettersteigs geht es zum Wildseeloderhaus

Vom Gipfel des Marokka geht es über ein kurzes, versichertes Stück zurück auf den normalen Wanderweg, auf dem man in Serpentinen hinunter zum Wildseeloderhaus wandern kann. Alternativ kann der einfachere Henne-Klettersteig (Schwierigkeit A/B) angeschlossen werden, um anschließend zum See abzusteigen. Dieser ist laut Infos sehr gut für Kinder geeignet und hält für anspruchsvollere Kletterer zwei alternative Einstiege mit den Schwierigkeiten C und D bereit.

Da für den Nachmittag Gewitter und Regen angesagt waren, haben wir uns gegen den zweiten Klettersteig entschieden und sind mit bestem Blick auf den Wildsee zum Wildseeloderhaus hinabgestiegen. Ein Getränk auf der Terrasse mit bestem Seeblick haben wir uns natürlich trotzdem nicht nehmen lassen, für eine Badepause hat es leider nicht mehr gereicht.

Der Abstieg vom Marokka Klettersteig geht auf bekanntem Weg zurück zum Lärchfilzkogel

Der Rückweg zurück zur Bergstation der Lärchfilzkogelbahn ist bis auf wenige hundert Meter derselbe wie der Hinweg. Beim entspannten Abstieg kann man das gerade Erlebte nochmal Revue passieren lassen und an die super Aussichten während des Kletterns zurückdenken. Hat man die Bergstation erreicht, geht es mit der Gondel zurück ins Tal.

Fazit zum Marokka Klettersteig: Eine klare Empfehlung!

Aus unserer Sicht ist der Marokka Klettersteig in Fieberbrunn bei Leogang ein toller Klettersteig mit moderater Schwierigkeit, phänomenalen Blicken und dabei nicht überlaufen und insgesamt sehr lohnenswert. Uns haben besonders die ersten Stellen, an denen man größtenteils am Fels klettert, sowie die Hängebrücke als kleines Highlight besonders viel Spaß gemacht. Zudem hat man auch immer wieder einfachere Passagen, in denen man kurz durchatmen kann.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Marokka Klettersteig fast vollständig im Schatten liegt, sodass er auch an heißen Tagen angenehm zu gehen ist, dafür liegen Zu- und Abstieg aber fast vollständig in der Sonne. Hat es vor der Kletterei geregnet, ist aufgrund der Schattenlage des Klettersteigs besondere Vorsicht geboten, da einige Stellen relativ langsam trocknen und daher rutschig sein können.

Wir können den Marokka Klettersteig definitiv empfehlen! Für uns hatte er genau die richtige Schwierigkeit, um nach fast einem Jahr Kletterpause wieder reinzukommen. Dabei wurden wir mit grandiosen Ausblicken belohnt und haben es genossen, den Gipfel für uns alleine zu haben.

Klettersteigübersicht Marokka-Klettersteig (Fieberbrunn)

Startpunkt: Bergbahn Fieberbrunn bzw. Lärchfilzkogel
Topo und Klettersteiginfos: gibt es hier
Länge: Zu- und Abstieg zusammen ca. 6km
Höhenmeter: Zustieg ca. 250hm; Klettersteig ca. 200hm; Abstieg ca.100hm
Dauer: Zustieg ca. 45min; Klettersteig ca. 1 Stunde; Abstieg: ca. 1 Stunde
Schwierigkeit: mittel (Klettersteig hat eine maximal Schwierigkeit von C)
Wetter: Trockenes Wetter; da der Klettersteig fast komplett im Schatten ist, ist nach einem Regentag besondere Vorsicht geboten
Verpflegungsmöglichkeiten: Wildalmen und Käsehütte, Wildseeloderhaus
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: Zustieg von der Lärchfilzkogelbahn sowie Abstieg über das Wildseeloderhaus

Weitere tolle Klettereien und Kraxeleien bei Kommrum Reisen

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