Top of the Siebengebirge – Wanderung mit vier Gipfeln bei Bonn

Wer uns kennt, der weiß, dass wir auch vor ausgedehnten Touren nicht zurückschrecken. Und da wir an diesem Wochenende Gäste hatten, die vorher noch nicht im von Bonn aus hervorragend erreichbaren Siebengebirge unterwegs waren, wollten wir bei einer ausgedehnten Wanderung so viele Highlights wie möglich mitnehmen. Herausgekommen ist eine Tour mit vier der sieben Gipfeln und vielen weiteren spektakulären Ausblicken.

Die Runde durch das Siebengebirge nahe Bonn startet in Königswinter

Bevor es in die Details geht, können wir an dieser Stelle schon verraten, dass die Runde zwar super schön ist, aber definitiv Ausdauer erfordert. Die gesamte Tour hat 22km mit ca. 700 Höhenmetern und ist aufgrund der puren Länge nichts für Fußfaule. Wer sich fürs Nachwandern entscheidet, wird es aber auf keinen Fall bereuen!

Auf der Wanderung durch das Siebengebirge nahe Bonn wollen vier Gipfel erklommen werden

Da man die Schönheit des Siebengebirges am besten mit Gästen teilen sollte, haben wir auf diese Tour Maltes Eltern sowie Schwester mit ihrem Freund mitgenommen. Zusammen wollten wir die vier Gipfel Petersberg, Großer Ölberg, Wolkenburg und Drachenfels erklimmen. Spoiler: Unsere Gäste haben es nicht bereut und diese große Runde durch das Siebengebirge mit uns sehr genossen.

Die Anreise zur Wanderung durch das Siebengebirge geht ganz einfach per Bahn oder Auto

Die Anreise zum Startpunkt der Wanderung lässt sich ganz einfach per Bahn zum Bahnhof Königswinter-Niederdollendorf bewerkstelligen. Auch mit dem Auto kann man bestens zur Wanderung durch das Siebengebirge anreisen, denn direkt am eben genannten Bahnhof stehen kostenlosen Parkplätze zur Verfügung.

Zum Start der Siebengebirgsrunde bei Bonn wandert man durch Weinberge

Ist man angereist und hat seine Wanderschuhe geschnürt, führt einen der Weg zunächst auf dem Zustieg des Rheinsteigs durch Königswinters Ortsteil Niederdollendorf. Entlang schmucker Fachwerkhäuser lässt man den kleinen Ort schnell hinter sich liegen und wandert an einem ersten kleinen Anstieg durch einen Teil von Deutschlands nördlichstem Weinanbaugebiet. Schon nach wenigen Metern ergibt sich ein super Ausblick auf Bonn, der Lust auf mehr macht.

Von Königswinter wandert man durch das Siebengebirge zum Petersberg

Hat man diesen ersten Anstieg gemeistert und sich fürs Erste sattgesehen, führt einen der Wanderweg entspannt durch die Wälder des Siebengebirges. Auf gut ausgebauten Wegen kommt man schnell voran, kann dabei die Natur genießen und hat zudem genug Puste, sich mit seinen Mitwanderern entspannt zu unterhalten. Schon nach weniger als 3 km wartet zudem die erste Einkehrmöglichkeit, die Klosterstube Heisterbach. Wir haben diesen Stopp ausgelassen und sind stattdessen erstmal motiviert weitergewandert.

Auf dem Bittweg wandert man hoch zum ersten Gipfel des Siebengebirges, dem Petersberg

Man sollte es auch nicht zu gemütlich angehen lassen, schließlich steht die Besteigung von vier der sieben Gipfel auf dieser Tour an. Nach guten 4km folgt daher der erste richtig fordernde Anstieg, der einen auf dem Bittweg hoch auf den Petersberg bringt. Ihr fragt euch, was der Bittweg ist? Haben wir auch und unterwegs dazu die eine oder andere Hinweistafel gefunden. Tatsächlich gab es auf dem Petersberg mal ein Kloster, das als Pilgerstätte galt. Die Mönche stellten entlang des Aufstiegs steinerne Kreuze auf, die den PIlgern den Weg wiesen und an denen Gebete gesprochen werden sollten – daher also der Name Bittweg.

Auf dem Petersberg lädt ein Biergarten mit Aussicht auf Bonn zur Einkehr ein

Hat man den doch recht steilen Anstieg zum Petersberg hinter sich gebracht, wartet oben ein super Ausblick auf Bonn und die südlich von Bonn liegenden Orte und Städtchen. Zudem kann man in einem sehr gepflegten Biergarten einkehren und sich bei Speis und Trank stärken. Wichtige Info für Radler: E-Bikes können an einer Stromtankstelle für ein kleines Entgelt geladen werden.

Zudem weisen einen einige Hinweistafeln darauf hin, dass man sich an einem Ort befindet, der schon einige Größen der Welt gesehen hat. Das hinter dem Biergarten gelegene Grand Hotel, in das man heute auch als Privatperson einchecken kann, ist nämlich parallel zum Hotelbetrieb das Gästehaus der Bundesregierung und hat damit schon den einen oder anderen Präsidenten zu Gast gehabt.

Vom Petersberg geht es zurück in die Natur des Siebengebirges

Da wir erst 5km hinter uns gebracht hatten, haben wir es bei einem Foto belassen und uns erneut gegen eine Einkehr entschieden. Flotten Schrittes ging es zurück auf den Wanderweg, der einen um das Grand Hotel herum und dann den Petersberg hinab führt. Entlang eines gut ausgebauten Waldwegs passiert man das sehr schön im Wald gelegene und mit einer großen Terrasse ausgestattete Einkehrhaus Waidmannsruh. Dort können hungrige und durstige Wanderer sich ebenfalls stärken. Kurz danach wartet der Aussichtspunkt Rosenau, an dem man einen wunderbar kaminartigen Blick auf die gegenüberliegende Rheinseite hat.

Als echte Herausforderung auf der Wanderung durch das Siebengebirge bei Bonn wartet der Aufstieg auf den Ölberg

Überraschung: Wir haben auch diese Einkehrmöglichkeit ausgelassen, da wir eine Pause auf dem höchsten der sieben Gipfel des Naturparks Siebengebirge, dem Großen Ölberg, geplant hatten. Dieser Gipfel liegt auf knapp 500m Höhe und erwartet alle Wanderer, die aus Richtung des Petersbergs kommen, mit einem mehr als knackigen Anstieg. Besonders der letzte Kilometer geht so steil bergauf, dass man zwischendurch das eine oder andere Mal durchschauen muss.

Wir hatten euch bereits auf einem vorherigen Blogartikel von einer kleineren Tour auf den Ölberg berichtet. Wer also weniger Zeit hat oder nach einer kürzeren Tour auf den höchsten Gipfel des Siebengebirges sucht, der wird hier fündig.

Auf dem Ölberg bietet sich eine der besten Aussichten des Siebengebirges auf Bonn und das Umland

Hat man den Aufstieg erfolgreich gemeistert, wartet eine herausragende Aussicht über das gesamte Siebengebirge. Wir empfehlen, am Berggasthaus vorbei (man muss über die kleine Terrasse laufen) etwas in die Felsen zu kraxeln und von dort die Aussicht zu genießen. In Richtung Süden sieht man Löwenburg, Drachenfels, Schloss Drachenburg und die Gegend um Bad Honnef. In der anderen Richtung erhebt sich der Posttower in der Rheinaue, man sieht den Petersberg und bei klarer Sicht bis nach Köln.

Auf dem Großen Ölberg kann man sich im Biergarten bei bester Aussicht auf Bonn stärken

Wer nach dem steilen Aufstieg genauso durstig wie wir ist, dem bieten sich mehrere Möglichkeiten zur Verpflegung. Entweder kauft man sich an dem Kiosk, der neben Getränken auch Kuchen und kleine Snacks wie Wildbratwurst und Wildfrikadellen verkauft, ein eiskaltes Getränk und genießt damit die Aussicht. Wir haben uns dieses Mal für die Terrasse des Biergartens entschieden und etwas mehr Restaurantfeeling genossen. Bei schlechtem Wetter gibt es zudem eine gemütliche Gaststube, in der man die angebotenen Speisen und Getränke ganz entspannt genießen kann.

Nach der Hälfte der Siebengebirgsrunde hat man zwei Gipfel erklommen

Schaut man bei bester Aussicht vom Ölberg auf die Statistiken der Tour, hat man bereits die Hälfte der Strecke und zwei der vier Gipfel hinter sich gebracht. Zudem hat man schon deutlich mehr als 500 von insgesamt 700 Höhenmetern erklommen. Das bedeutet, dass die zweite Hälfte der Wanderung deutlich entspannter wird.

Gut gestärkt geht es auf die zweite Hälfte der Wanderung durch das bei Bonn gelegene Siebengebirge

Diese zweite Hälfte beginnt mit dem Abstieg vom Ölbergs zur Margarethenhöhe, wo ein sehr beliebter Wanderparkplatz liegt. Von dort aus kann man zum Beispiel zur Löwenburg wandern (sehr zu empfehlen!), wovon wir euch hier schon berichtet hatten. Am Wanderparkplatz lädt der Biergarten des Restaurants Margarethenkreuz zum Einkehren ein, wir persönlich fanden die Gastronomie auf dem Großen Ölberg aber ansprechender.

Auf dem Drachenfelsweg wandert man entspannt durch das Siebengebirge

An der Margarethenhöhe quert man die dort verlaufende Bundesstraße und wandert ein paar Meter entlang einer asphaltierten Straße, ehe es wieder auf einen Waldweg geht. Dieser Drachenfelsweg genannte Pfad verrät einem schon am Namen, was das nächste Ziel ist: Der Drachenfels. Da eine direkte Wanderung dorthin aber zu langweilig wäre, verlässt man den Hauptweg an der Lietschen Hütte nach Links und nimmt einen kurzen, aber steilen extra Anstieg in Angriff. Dieser endet an der Walter Guillaume Hütte und präsentiert sich mit einem super Ausblick auf den Drachenfels und Schloss Drachenburg. Wer mag, kann auch auf dem Hauptweg bleiben, wir empfehlen diesen Zwischenstopp aber auf jeden Fall!

Das Milchhäuschen bietet Verpflegung für hungrige und durstige Wanderer im Siebengebirge

Nach dem Aussichtspunkt steigt man die gerade gewonnenen Höhenmeter wieder hinab und kommt dabei am Milchhäuschen, einem beliebten Ausflugsziel im Siebengebirge, heraus. Dort kann man ebenfalls sehr schön einkehren und bei einem Getränk den selbstgerechten Kuchen genießen. Die Location bietet zudem einen separate Scheune, die für Feiern jeder Art gemietet werden kann.

Info Sommer 2021: Aktuell wird das Milchhäuschen renoviert und eine neue Terrasse angelegt, daher ist die Location aktuell geschlossen. Auf der Website wird über den aktuellen Stand informiert.

Über den Gipfel Wolkenburg kommt zum bekannten Drachenfels im Siebengebirge nahe Bonn

Vom Milchhäuschen sind dann nicht mehr viele Höhenmeter zu überwinden, um die letzten beiden Gipfel dieser Tour durch das Siebengebirge zu erklimmen. Glücklicherweise befindet man sich auf den letzten Metern nur wenig unterhalb der beiden Gipfel, sodass der Anstieg relativ sanft ist. Die Wolkenburg liegt kurz vor dem Drachenfels und ist ohne Karte kaum zu finden. Das Highlight ist daher der deutlich bekanntere Gipfel.

Der Drachenfels ist ein echtes Highlight im Siebengebirge

Hat man die letzten Meter erklommen, wartet am Drachenfels eine super Aussicht vom Kölner Dom im Norden bis hin zum Ahrtal und Bad Honnef im Süden. Besonders gut fühlt man sich mit dem Wissen, schon fast 20km zurückgelegt zu haben, während ein Großteil der anderen Besucher des Drachenfels mit der Bahn auf den aus der Nibelungensage bekannten Berg gefahren ist.

Auch hier gibt es eine große Ausflugsgastronomie mit Biergarten, in der man sich im Schatten der Kastanien stärken kann. Wir haben diese ausgelassen und dafür noch etwas des Blick genossen, können aber von früheren Besuchen den selbst gebackenen Kuchen durchaus empfehlen.

Vom Drachenfels wandert man durch den Wald des Siebengebirges nach Königswinter

Hat man seinen Blick von der Aussicht losgerissen, wartet der Abstieg zurück nach Königswinter. Entlang des historischen Eselpfads, auf dem man früher in Begleitung der Tiere auf den Drachenfels wandern konnte, geht es zunächst hinunter zu Schloss Drachenburg. Auf dem Abstieg kann man das Schloss, welches im Winter einen wunderschönen Weihnachtsmarkt beherbergt, in voller Pracht bestaunen.

Schloss Drachenburg bei Bonn ist eines der schönsten Gebäude im Siebengebirge

Am Bahnhof der historischen Zahnradbahn quert man die Schienen und wandert entlang eines kleinen Baches hinunter ins Tal nach Königswinter. Dieser Weg ist aus unserer Sicht nicht nur schöner als die parallel verlaufende asphaltierte Straße, sondern aufgrund des Waldbodens und weniger steilen Abstiegs auch deutlich angenehmer zu begehen.

In Königswinter angekommen landet man direkt an der belebten Rheinpromenade, die mit Cafés und Eisdielen zum Verweilen einlädt. Wer mit der Bahn zum Start der Wanderung gefahren ist, kann bei Bedarf bereits hier in die Straßenbahn zurück nach Bonn einsteigen.

Mit Blick auf das Siebengebirge und Bonn wandert man am Rhein zurück nach Niederdollendorf

Wir waren mit dem Auto angereist und sind daher ganz entspannt direkt am Rhein zurück bis nach Niederdollendorf spaziert. Die Strecke ist gute 2km lang und es bietet sich sogar eine letzte Möglichkeit zum Einkehren. Im Weinhaus am Rhein kann man nicht nur drinnen, sondern auch auf der überdachten Außenterrasse einkehren und an die absolvierten Kilometer und Höhenmeter zurückdenken.

Vom Weinhaus ist es nur noch ein Katzensprung zurück zum Bahnhof in Oberdollendorf, wo diese ausgedehnte Wanderung endet.

Fazit zur Siebengebirgsrunde mit vier Gipfeln

Unser Fazit zur Runde durch das Siebengebirge mit den vier Gipfeln Petersberg, Großer Ölberg, Wolkenburg und Drachenfels? Eine zwar kilometermäßig sehr lange, aber dafür auch belohnende und mit „nur“ 700 Höhenmetern nicht zu anstrengende Runde. Zwar braucht man eine gute Grundausdauer, es gibt aber auch immer wieder längere Flachstücke, auf denen man Kräfte sparen kann. Highlight ist sicherlich der Ausblick vom Großen Ölberg, der einer unserer liebsten im ganzen Siebengebirge ist.
Pluspunkt: Ist man dort angekommen, hat man bei mehr als zehn geschafften Kilometern nur noch 150 Höhenmeter vor sich und kann sich so auf eine entspannte zweite Hälfte der Wanderung freuen.

Uns und Maltes Familie hat es jedenfalls gefallen, daher können wir die Wanderung zum Nachmachen nur empfehlen!

Wanderübersicht Siebengebirgsrunde mit vier Gipfeln

Startpunkt: P+R Parkplatz am Bahnhof Niederdollendorf
Länge: ca. 22 km
Höhenmeter: ca. 710 HM
Dauer: ca. 5 Stunden reine Wanderzeit
Schwierigkeit: mittel; Wanderschuhe sind empfehlenswert und Ausdauer braucht man unbedingt
Wetter: Trockenes Wetter ist gut, bei Regen machbar aber nicht empfehlenswert
Highlights: Ausblicke am Petersberg, Großen Ölberg und Drachenfels; Aussicht auf den Drachengels von der Walter Guillaume Hütte; Blick auf Schloss Drachenburg vom Eselpfad
Verpflegungsmöglichkeiten: Klosterstube Heisterbach, Biergarten am Petersberg, Einkehrhaus Waidmannsruh, Berggasthaus am Ölberg, Biergarten Margarethenkreuz, Milchhäuschen, Biergarten am Drachenfels, Weinhaus am Rhein
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: gibt es hier

Weitere tolle Wanderungen rund um Bonn bei Kommrum Reisen

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