Wanderung am Rinnkendlsteig im Berchtesgadener Land

Bei unserer ersten Reise in das wunderschöne Berchtesgadener Land wollten wir natürlich auch eine Wanderung mit einem tollen Blick auf den Königsee machen. Bei einer intensiven Internet-Suche stießen wir recht schnell auf den Rinnkendlsteig mit Start in St. Bartholomä am Königssee.

Der Rinnkendlsteig: Hals- und Beinbruch oder tolle Wanderung?

Nachdem wir erste Bilder des Steigs und der Aussichten während der Wanderung gesehen hatten, waren wir angefixt. Wir wollen den Rinnkendlsteig unbedingt erwandern. Bei unserer weiteren Recherche zur auserkorenen Wanderung zwischen St. Bartholomä und Schönau am Königssee reichte die Spannweite der Schwierigkeitsbeschreibungen allerdings von „Kannste nach einer durchfeierten Nacht locker nebenher machen“ bis ohne „Ohne Bergführer und Profikletter-Set brauchst du hier gar nicht losziehen. Da stehst du Todesängste durch“.

Ok zugeben, so weit auseinander lagen die Beschreibungen eventuell nicht. Aber während die einen erfahrenen Wanderern (da haben wir uns einfach mal einkategorisiert) keine Probleme auf dem Wanderweg vorhersagten, sprachen andere von der dringenden Empfehlung, ein Klettersteigset mitzuführen. Und wie so oft: Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. (Nebenbei bemerkt: Das Wort Todesangst war tatsächlich einer einer Online-Beschreibung der Strecke zu finden. Etwas hochgegriffen, sagen wir nach dem Überleben.)

Voraussetzung für eine tolle Wanderung im Rinnkendlsteig ist vor allem Schwindelfreiheit

Wichtig ist aus unserer Sicht sind aber trotzdem ein paar Punkte für diesen als „schwarz“ beschriebenen Wanderweg (mehr Infos zur Einordnung gibt es hier):

  • Ihr solltet einigermaßen schwindelfrei und trittsicher sein
  • Eine gewisse Grundkondition schadet sicher nicht (die, die uns können: Hört auf zu lachen! :D). Es gibt aber auch ausreichend Möglichkeiten für kleine Pausen mit einem super Blick auf den Königsee während der Wanderung
  • Ihr solltet den Wanderweg unbedingt von St. Bartholomä nach Schönau am Königsssee gehen (also erst Boot fahren)
  • Ihr solltet mindestens 4 Stunden an Zeit einplanen (wahrscheinlich seid ihr etwas flotter)

Der Rinnkendlsteig im Berchtesgadener Land – eine wunderschöne Wanderung mit tollen Ausblick

Habt ihr die Punkte oben einigermaßen beachtet, steht einer fantastischen Wanderung im Berchtesgadener Land nichts mehr im Weg

Wie haben wir das gemacht? Entgegen der weit verbreiteten und oft nachzulesenden Empfehlung haben wir in Schönau am Königssee nicht die erste Fähre (+-8 Uhr) genommen, sondern sind entspannt in den Tag gestartet, haben gut gefrühstückt und um ca. 10 Uhr am Ufer des Königssee fertig für unsere Wanderung angekommen.

Parken kann man hier für relativ kleines Geld (2,50 EUR mit Gästekarte) übrigens den ganzen Tag. Nachdem die Fahrt mit der Fähre nach St. Bartholomä dann noch mit 9 EUR pro Person zu Buche schlägt, war es das auch (beinahe – Hütteneinkehr ausgenommen) mit den Ausgaben für diesen Tag. 

Bevor die Wanderung losgeht – erstmal Boot fahren über den Königssee

Die Fahrt nach St. Bartholomä ist dann fast auch schon ein kleines Highlight für sich und dauert so ca. 45 Minuten. Und bietet wunderschöne Blicke über den See und auf das tolle Bergpanorama des Berchtesgadener Lands.

Angekommen in St. Bartholomä haben wir dann keine Zeit mehr verstreichen lassen (=keine Einkehr im einladend wirkenden Biergarten), sondern haben direkt die Wanderschuhe fester geschnürt und sind den Schildern Richtung Rinnkendlsteig gefolgt.

Nachdem es die ersten Meter noch unten am Königssee entlang geht, beginnt schon bald der Hauptteil dieser Wanderung. Der Weg führt in den Wald hinein und doch relativ anspruchsvoll bergauf. Im Schatten aber alles kein allzu großes Problem (die Leute, wären welche da gewesen, hätten uns ganz eventuell nur ein bisschen schnaufen gehört). Hier ist das Wandern zwar bereits ein wenig anstrengend und fordernd, die Schwierigkeit des Weges ist aber überschaubar. Wunderbar ist allerdings, dass sich immer wieder zwischendurch tolle Blicke auf den blauen Königssee ergeben.

Die Kletterei beginnt – ein herausfordernder Streckenabschnitt mit phänomenalem Blick auf den Königsse

Nach gut einer Stunde (+-) Wald beginnt dann das eigentlich Highlight der Wanderung. Ein doch recht ausgesetzter Weg/Steig führt mit traumhaften Blicken am Berg entlang. 

Einige Leute vor uns haben sich tatsächlich Klettersteigsets und Helme angezogen, bevor sie in den doch teilweise steilen, ausgesetzten und mit Drahtseilen versehenen Teil gestartet sind. Unsere Einschätzung dazu? Kann man machen, wenn es einem sich gutes/sicheres Gefühl gibt, ist aber (rein aus unserer Sicht!) nicht notwendig. Was übrigens aber nicht heißt, dass wir nicht das eine oder andere Mal doch etwas ängstlich vom Rinnkendlsteig nach unten geschaut haben.

Insgesamt macht dieser Teil der Wanderung aber super viel Spaß, ist eine ordentliche Herausforderung und nebenbei noch soooooo schön. Absolute Empfehlung des Rinnkendlsteig für alle Wanderer im Berchtesgadener Land, die einigermaßen schwindelfrei und trittsicher sind.

Fast geschafft: Ein kleiner Abstecher zur Archenkanzel muss aber sein

Nach diesem der Teil Wanderung entlang des Rinnkendlsteigs hat man es schon fast geschafft: Kurz nachdem die steilen und ausgesetzten Stellen überwunden sind, kann man sich entscheiden, ob man direkt zur  Kührointalm weiterwandert oder noch einen Abstecher zum Aussichtspunkt Archenkanzel macht.

Zugegeben, der Blick dort ist nicht mit den vorherigen zu vergleichen.  Und auch die Anzahl der Menschen ist hier deutlich höher (auf dem Rinnkendlsteig haben wir genau zwei andere Pärchen getroffen). Für eine Pause mit Ausblick lässt sich dieser Umweg zur Archenkanzel von maximal 10 Minuten aber durchaus in Kauf nehmen.

Einkehr in der Kührointalm: Frische Buttermilch für Bergsteiger

Anschließend kann man gemütlich die letzte Teilstrecke zur Kührointalm gehen. Empfehlung hier: Nicht in der großen Hütte einkehren, sondern die frische Buttermilch bei der Sennerin genießen. Der anschließende Abstieg zurück nach Schönau am Königssee zieht sich zwar etwas, ist aber gut in einer bis eineinhalb Stunden zu bewältigen. Besonders aufregend ist er ehrlicherweise nicht mehr und so verspürt man doch eine kleine Freude, wenn der Königssee wieder vor einem erscheint. Besonders mit der Aussicht, die geschundenen Füße aus den Wanderschuhen zu befreien und ihnen eine Abkühlung im kühlen Nass des Königsees zu gönnen.

Unser Fazit zur zum Rinnkendl-Steig von St. Bartholomä nach Schönau am Königsee

Unser Fazit für die schwarze Wanderung entlang des Rinnkendl-Steig ist auf jeden Fall durchweg positiv. Ja, die Wanderung hat eine gewisse Schwierigkeit, aber mit entsprechender Um- und Vorsicht ist sie – aus unserer Sicht – gut zu meistern und bietet diese fantastischen Blicke auf den Königssee und das Berchtesgadener Land. An der einen oder anderen Stelle sind wir definitiv gut ins Schwitzen gekommen. Da man aber ohnehin die eine oder andere Pause mehr einlegt um das Naturschauspiel um sich herum zu genießen, kann man auf dem Rinnkendlsteig auch immer wieder gut verschnaufen. Schnürt die Wanderschuhe und ab den Königssee!

Wanderübersicht Rinnkendl-Steig im Berchtesgander Land

Startpunkt: St. Bartholomä am Königssee (Überfahrt mit dem Boot aus Schönau am Königssee notwendig; 9 EUR p.P.) – Parkplatz in Schönau: 2,50 EUR für eine Tageskarte
Länge: ca. 10km
Höhenmeter: ca. 960 HM
Dauer: ca. 4 Stunden mit Pausen
Schwierigkeit: schwer; Wanderschuhe absolut empfehlenswert
Wetter: bei Regen nicht unbedingt zu empfehlen, da es an den ausgesetzten Stellen sehr rutschig sein dürfte + die Blicke auf den Königssee sind vermutlich auch nicht so imposant
Highlights: Bootfahrt, Aussicht auf den Königssee, kraxeln
Verpflegungsmöglichkeiten: Biergarten in St. Bartholomä, Sennerin + Kührointalm
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: leider haben wir die Strecke nicht selbst aufgenommen, Infos gibt es aber u.a. hier

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Reisefieber sagt:

    Hallo,
    die fantastischen Aussichten auf den Königssee entschädigen den Aufstieg, würde ich sagen. Bei uns am Rhein wurden auch einige Wanderwege zertifiziert. Wo Steig drauf steht, ist ein Steig drin. Wenn ich nach Beschreibungen von Wanderwegen schaue, ist mir auch schon aufgefallen, dass der Schwierigkeitsgrad sehr unterschiedlich angegeben ist.
    Lieben Dank für den tollen Tipp.
    Renate

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Renate,

      genau so ist es – der Ausblick entschädigt für fast alles! 🙂

      Und ja, wir lesen auch immer wieder sehr voneinander abweichende Beschreibungen was die Schwierigkeit von Wanderwegen angeht.

      Viele Grüße

      Nina & Malte

      Gefällt mir

  2. Angela sagt:

    Hallo ihr zwei!

    Das klingt nach einer fantastischen Wanderung. Allerdings würde ich als Nicht-Schwindelfreie da wahrscheinlich wirlich Todesangst ausstehen 😉 Und trotzdem; Mit Klettersteigset hätte ich sofort Lust drauf – allein schon für den Ausblick. Der Königssee ist sooo schön! Das zeigen ja auch eure Fotos.

    Liebe Grüße
    Angela

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Angela,

      Jaa, es ist wirklich auch so schön dort! 🙂 Wir hatten auch Rspekt (den muss man ja ohnehin haben) vor der Höhe, aber es war am Ende wirklich toll. Und ein Klettersteig-Set ist da wirklich eine gute Alternative für ein besseres Gefühl. 🙂

      Viele Grüße

      Nina & Malte

      Gefällt mir

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