Wandern in Montenegro – Aber sicher!

Mit dem Reiseziel Montenegro hatten wir eigentlich gar nicht so wirklich geliebäugelt. Das war allerdings mehr der Tatsache geschuldet, dass wir keine Ahnung hatten, was das kleine Land an der Adria zu bieten hat.

Wer hat schon ein Land im Sinn, dass gerade einmal so groß wie Schleswig-Holstein ist und dazu noch einen so beliebten Nachbarn wie Kroatien hat? Trotzdem haben wir es dank Ninas großartigem Sinn für noch großartigere Reiseziele geschafft, in Montenegro einen Roadtrip und Wanderurlaub zu machen.

Wandern in Montenegro – ein unvergleichbares Erlebnis

Und Montenegro hat wirklich so einiges zu bieten. Allem voran wunderbare Wanderwege. Denn was der Laie wahrscheinlich auch nicht so unbedingt weiß, ist, dass Montenegro zum allergrößten Teil aus Gebirge besteht und die vielen Gipfel nur darauf warten, erklommen zu werden. Ach ja, die Seen warten auch darauf, umrundet zu werden. Und alle, die genauso gerne wie wir Baden gehen, können sich während/nach einer anstregenden Wanderung auf ein Bad im kristallklaren kalten Wasser freuen.

Von Anfänger bis Profi – für jede Schwierigkeitsstufe ist beim Wandern in Montenegro etwas dabei

Wir haben uns nicht lumpen lassen und in unseren zwei Wochen in dem wunderschönen Land die eine oder andere Wandertour unternommen. Diese wollen wir nun gerne mit euch teilen. Vorbereitung ist nämlich auch in Montenegro alles, wenn es ans Wandern geht. Sicher kann man sicher auch einfach „drauflosspazieren“ und dabei wunderbare Orte finden. Wir haben aber im Austausch mit Einheimischen und ein bisschen Rechercheso tolle Routen gefunden, dass wir wärmstens empfehlen, sich vor der Anreise oder vor dem Loswandern zumindest ein bischen zu informieren.

Im Endeffekt haben wir tatsächlich nur wenige der zuhause recherchierten Wanderungen gemacht, uns dafür aber mehr auf die Locals verlassen. Sehr zu empfehlen!
Praktisch für euch: Ihr bekommt diese Infos jetzt aus erster Hand.

Wetter? Auch in Monetenegro beim Wandern ein entscheidender Faktor!

Gleiches gilt übrigens auch für die Wettervorhersage. In den Bergen wechselt das Wetter bekanntlich von der einen auf die andere Minute. Überraschend, dass das auch in Montenegro so ist, oder? Wir haben auf jeden Fall die ein oder andere Wandergruppe gesehen, die bei aufziehenden dunklen Wolken weiter mutig Richtung Gipfel zog und sich anscheinend wenig Gedanken über das Wetter machte. Nicht empfehlenswert! Davon abgesehen bietet Montenegro allerdings Routen für Wanderer jeden Schwierigkeitsgrades. Perfekt markiert sind diese außerdem alle.

Markierung der Wanderrouten in Montenegro
Unbedingt auf diese Markierungen achten. Roter Kreis mit weißer Füllung markiert in Montenegro die Wanderrouten.

Expertentipp: Auch wenn der rote Kreis mit der weißen Füllung auf einmal mitten auf einem Felsen zu finden ist, heißt das nicht, dass sich hier jemand einen Scherz erlaubt hat, sondern, dass ihr diesen Felsen wohl erklimmen werdet.

Unsere liebsten Wanderrouten nach zwei Wochen Montenegro

Nun aber genug der Vorrede. Nachfolgend findet ihr unsere favorisierten Wanderrouten, aufgelistet nach Nationalparks. Die Links bringen euch direkt zu den Wanderübersichten.

Wandern im Biogradska Gora Nationalpark

Wandern im Durmitor Nationalpark

Wandern in der Bucht von Kotor

Weitere Wanderungen in Montenegro, die wir nicht geschafft haben

Wandern im Nationalpark Biogradska Gora

Der älteste Nationalpark in Montenegro ist gleichzeitig der grünste des Landes. Wunderschöne Wälder wechseln sich hier mit den ersten herausfordernden Gipfeln ab. Außerdem bieten wunderschöne Unterkünfte (dazu an anderer Stelle mehr) die Möglichkeit, die Natur ausgiebig zu genießen. Das Highlight des Nationalparks ist wohl der gleichnamige See Biogradsko Jezero. Um diesen See dreht sich auch unsere erste Empfehlung.

Die Gipfel sind meistens auch für mittelmäßig erfahrene Wanderer gut zu erreichen, wir sprechen von ca. 2000m. Also keine Angst, da kommt man gut hoch!

Montenegro Wanderung 1: Kurze Wanderung um den Biogradsko Jezero

Leider war der Tag, an dem wir entschieden haben, um den wunderschönen See im Biogradska Nationalpark zu wandern, auch der Tag, an dem es durchgehend und in Strömen regnete.
Vorteil: Die Runde um den See ist nur knapp vier Kilometer lang.
Nachteil: Auf vier Kilometern im strömenden Regen kann man ganz schön nass werden.

Wir haben trotzdem keine Sekunde bereut, den See umrundet zu haben. An manchen Stellen kommt man sich bald vor wie im Regenwald (hilft dabei der Regen eigentlich?). Und die Blicke, welche man immer wieder auf den See erhaschen kann, entschädigen für die nasse Unterwäsche.

Beim Wandern um den Biogradska Jezero in Montenegro kann man eine Menge lernen

Der Weg um den See ist außerdem ein Lehrpfad, auf dem man einiges über den Nationalpark und die Natur in Montenegro erfahren kann. Absolut spannend. Leider fand unsere Wanderung aber ein jähes Ende, als sich zum Dauerregen („Es hat aufgehört, langsam zu regnen“) auch noch Blitz und Donner gesellten. Die letzten Meter zurück zu unserem kleinen Leihwagen legten wir also im Laufschritt zurück, um dort festzustellen, dass wir wirklich bis auf den letzten Fetzen Stoff unserer Kleidung durchtränkt waren. Vielleicht ist auch das der Grund, das wir uns am nächsten Tag direkt wieder zum Biogradsko Jezero aufmachten. Dieses Mal sollte der Blick auf den See allerdings glücklicherweise ein anderer sein.

Wanderübersicht Biogradska Jezero

Startpunkt: Wanderparkplatz am Biogradska Jezero
Länge: ca. 4km
Höhenmeter: weniger als 100 HM
Dauer: ca. 1 Stunde reine Wanderzeit
Schwierigkeit: einfach; Wanderschuhe sind empfehlenswert
Wetter: bei jedem Wetter machbar, bei Regen wird man sehr nass
Highlights: Aussicht auf den Biogradska Jezero, Wandern durch den Regenwald
Verpflegungsmöglichkeiten: Café am Wanderparkplatz
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Montenegro Wanderung 2: Wanderung auf den Mount Bendovac

Nach der ersten doch sehr nassen Erfahrung im Biogradska Nationalpark war klar, dass es das noch nicht gewesen sein konnte. Wir machten uns also am folgenden Tag wieder auf zum Biogradsko Jezero. Und siehe da, an Tag zwei zeigte sich sogar die Sonne. Beste Vorzeichen also, um den Gipfel des Bendovac zu erklimmen. Von dort oben sollte es, so hieß es, einen wunderbaren Blick auf den See geben. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Los ging es also in eine Wanderung, die deutlich anspruchsvoller als der Regenspaziergang am Vortag werden sollte. Unten am See müsst ihr erst den Wegweisern zum Bendovac folgen und dann den bekannten, weißen Punkt mit der roten Umrandung nicht aus den Augen lassen.

Um den Mount Bendovac zu erklimmen, muss man einige Höhenmeter überwinden

Motiviert (und durch die doch noch etwas kalte Morgenluft angetrieben) legten wie die ersten Höhenmeter in einem relativ ambitionierten Tempo zurück. Und schon nach ca. 40 Minuten (+-) wurden wir das erste Mal belohnt. Denn kurz bevor der Anstieg anspruchsvoller wird (besonders, wenn man wie wir den direkten Weg wählt und sich nicht mit den auf durch Autos befahrbaren Serpentinen aufhält), solltet ihr ein unauffälliges Schild am Wegesrand sehen, welches nach rechts auf einen Trampelpfad weist. Unbedingt folgen! Denn ihr werdet hiermit belohnt:

Ein Aussichtsturm mitten im Wald. Nachdem die Stufen hinauf auf die Holzkonstruktion erklommen sind, werdet ihr das erste Mal an diesem Tag mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Das ambitionierte Tempo hat Nina übrigens vorgegeben. Malte war nämlich nicht kalt, sondern angenehm. Und nach dem strammen Marsch dann ganz schön warm. Machte aber nix, es gab ja den ersten klasse Ausblick.

Auf der Wanderung zum Mount Bendovac ergeben sich tolle Blicke über Montenegro

Nachdem wir (übrigens ganz alleine!) ein kleines Päuschen eingelegt und einen großen Schluck aus unserer Wasserflasche genommen hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Wir hatten ja schließlich noch einiges vor uns. Hätten wir an dieser Stelle gewusst, wie anstrengend der Aufstieg von nun würde, hätten wir vielleicht doch den Weg entlang der Serpentinen gewählt. Ok, nein hätten wir wahrscheinlich nicht. Für uns ging es nun auf jede Fall steil bergauf direkt durch den Wald. Viel Schweiß und und ca. 30 bis 40 Minuten später hatten wir dann auch diesen Teil der Wanderung hinter uns gelassen und traten aus dem Wald hinaus. Eine wunderbare Wiese eröffnete uns die Möglichkeit für eine weitere Pause.

Wir hatten es uns nämlich nicht nehmen lassen, den „normalen“ Weg zu verlassen, und dafür den steileren und kürzeren (nur Strecke, nicht Zeit) Weg durch den Wald zu nehmen. Sportlicher Ehrgeiz muss sein. Da wir aber ja noch nicht am Ziel waren, machten wir uns zügig auf den Weg weiter nach oben. Der Anstieg blieb relativ steil, aber man wurde immer wieder durch die wunderschöne Natur entschädigt. Schließlich erreichten wir ein kleines Eco Village. Der letzte Ort vor dem Gipfel, der mit dem Auto erreichbar ist. Und für alle müden Wanderer die Möglichkeit bietet, eine Toilette zu nutzen und die Wasserreserven aufzufüllen. Wir hoben uns den Stopp hier allerdings für den Rückweg auf.

Ein kleines Eco Village ist der letzte Stopp auf dem Weg zum Mount Bendovac

Von hier aus sollten es noch gut 15 Minuten bis ganz nach oben sein. Der Pfad auf den Gipfel ist ein Rundweg, derdurch Infotafeln zum Leben auf den Bergen im Sommer abgerundet wird. Und tatsächlich – nachdem wir nun die letzten Meter auf den Gipfel des Bendovac zurückgelegt hatten, wurden wir belohnt. Und zwar so richtig.

Wir ließen es uns natürlich auch nicht nehmen, uns einen gemütlichen, privaten (ok, es waren eh kaum andere Leute unterwegs) Picknick-Platz zu suchen und die Pause mit dem wahrscheinlich besten Ausblick unseres Urlaubs in Montenegro zu machen. Die Wanderung hatte sich gelohnt! Bester Blick auf den Biogradska Jezero und den Nationalpark, dazu ein leckeres Picknick mit den hausgemachten Spezialitäten unserer Gastgeber. Kann man mehr wollen?

Als wir dann gestärkt den Rundweg auf dem Gipfel beendeten, wurden wir sogar mir einem weiteren Ausblick noch einmal verwöhnt.

Auf dem Abstieg zurück zum Biogradska Jezero kann man die Natur genießen

Der anschließende Abstieg bot uns dann die Möglichkeit, die Stellen der Wanderung zur genießen, welche während des Aufstiegs nicht entsprechend gewürdigt werden konnten. Wieder unten angekommen, zeigte sich sogar der Biogradsko Jezero noch einmal von seiner besten Seite.

Beim Abstieg durch die Serpentinen (den Wald würden wir dafür nicht empfehlen), wurden wir übrigens von zahlreichen Jeeps mit Touristen überholt (die natürlich nicht mehr als 100m vom Jeep zum Aussichtspunkt gegangen waren). Gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man sich den Ausblick „hart“ erarbeitet hat.

Wanderübersicht Mount Bendovac

Startpunkt: Wanderparkplatz am Biogradska Jezero
Länge: ca. 15km
Höhenmeter: mehr als 500 HM
Dauer: ca. 5 Stunden inklusive ausgiebiger Pause
Schwierigkeit: mittel bis schwer; Wanderschuhe sind ein Muss
Wetter: trockenes Wetter empfehlenswert
Highlights: Aussicht auf den Biogradska Jezero, Bergpanorama über den Biogradska Nationalpark
Verpflegungsmöglichkeiten: Café am Wanderparkplatz
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Wandern im Durmitor Nationalpark in Montenegro

Nach dem fantastischen Start in Sachen Wandern in Montenegro im Biogradska Nationalpark machten wir uns anschließend auf Richtung Durmitor. Hier sollten die höchsten Gipfel des Landes auf uns warten und wir sollten endlich erfahren, wieso der Name Montenegro (Schwarze Berge) tatsächlich Programm ist.

Man kann im Durmitor tatsächlich von einer alpinen Landschaft sprechen, die höchsten Gipfel gehen über die 2500m Marke. Beeindruckend, oder? Finden wir auch und haben euch deshalb unsere Top-Tipps zusammengestellt.

Montenegro Wanderung 3: Crno Jezero/Black Lake und Ziminje Jezero/Snake Lake

Ein guter und einfacher Einstieg ist die Wanderung um den Crno Jezero (Schwarzer See/Black Lake), die sich gut mit einem Abstecher zum Ziminje Jezero (Snake Lake) verbinden lässt. Den Namen hat der Snake Lake übrigens aufgrund seiner Farbe. Ausgangspunkt für beide Trips ist die Gastronomie am Crno Jezero, die ca. 10 Minuten vom nächsten Parkplatz entfernt liegt.

Hat man die 5 Minuten vom Parkplatz zum See zurückgelegt, ist der erste Blick auf den See bereits ein Erlebnis. Er hat uns ein wenig an die Bergseen in Kanada erinnert, welche wir im letzten Jahr bewundern duften. Aber zurück nach Montenegro…

Die Wanderungen zum Crno Jezero/Black Lake und Ziminje Jezero/Snake Lake lassen sich gut kombinieren

Von dort aus haben wir uns als erstes zum Zimine Jezero aufgemacht, um etwas abseits des Touristenstroms zu sein (der Crno Jezero ist nämlich beim Montenegriner sehr beliebt als Ziel für Wochenendeausflüge). Geht man rechts herum (gegen den Uhrzeigersinn) um den Crno Jezero, kann man die Abzweigung nach ca. 10 Minuten kaum verpassen. Entlang eines kleines Bachs schlängelt der Wanderweg sich vorbei an einer Mühle und mit ständiger, leichter Steigung durch den Wald, bis das Ziel ausgeschildert ist. Geht man dann noch ein paar Schritte weiter durch einen Nadelwald, kommt man vom Ausgangspunkt in ca. einer Stunde zum Zimine Jezero, der mit seinem Farbspiel wirklich faszinierend aussieht. Als wir dort waren, hat der leicht bewölkte Himmel hat das ganze sogar noch etwas mysthischer gemacht.

Am Snake Lake kann man entspannt eine Wanderpause einlegen

Wir haben uns am See eine kleine Pause gegönnt und sind dann entspannt zurückgewandert. Wer mag, kann anschließend noch den Crno Jezero umrunden. Der Pfad um den See ist bestens ausgeschildert, bietet viele Infotafeln zu Natur und Tierwelt und ist easy zu meistern. Zwischendurch bieten sich sogar ein paar Gelegenheiten, den Pfad zu verlassen und direkt an den See heranzukommen. Und wenn das Wetter gut ist, kann man auch wunderbar schwimmen gehen. Malte ist der Legende zufolge sogar fast durch den gesamten See geschwommen…

Wanderübersicht Crno Jezero/Black Lake und Ziminje Jezero/Snake Lake

Startpunkt: Gastronomie am Crno Jezero
Länge:  ca. 7 km Crno Jezero | ca. 6 km Zimine Jezero
Höhenmeter: ca. 200 HM am Zimine Jezero, kaum HM am Crno Jezero
Dauer:  jeweils ca. 1,5 bis 2 Stunden (inkl. einer ausgiebigen Pause)
Schwierigkeit: einfach; Wanderschuhe sind empfehlenswert
Wetter: trockenes Wetter empfehlenswert
Highlights: Aussicht auf die beiden Seen
Verpflegungsmöglichkeiten: Gastronomie am Crno Jezero
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Montenegro Wanderung 4: Aufstieg zum Mount Curevac mit bestem Blick auf das Tara Valley

Wer nach Durmitor fährt, der kommt am Tara River und dem gleichnamigen Canyon, der der größte und tiefste in ganz Europa ist, nicht vorbei. Die meisten Reiseführer werden euch zur Tara Bridge führen, von der ihr sicherlich eine tollen ersten Eindruck bekommt. Wer will, kann außerdem mit einer Zipline über den ganz schön hohen Canyon fahren. Hätten wir definitiv machen sollen und ärgern uns heute, dass wir uns nicht überwunden habe. Aber hilft ja nix.

Vom Mount Curevac hat man den besten Blick auf den Tara Canyon in Montenegro

Zurück zum Canyon. Wie gesagt bietet der Blick von der Brücke einen guten ersten Blick, viel besser ist aber der Blick vom Mund Curevac nahe Zabljak. Zum Wanderparkplatz (am besten die folgenden Koordinaten in der Navigation eingeben: 43.193896, 19.089645) müsst ihr einigen kurvigen waldwegen folgen und dann kann es auch direkt losgehen. Wichtig ist allerdings, dass ihr ein Ticket für den Nationalpark habt (kann man auch an den meisten Parkplätzen bei den Rangern kaufen). Dieses kostet 3 Euro pro Tag und Person, das Dreitagesticket kostet 6 Euro pro Nase.
Ist das alles erledigt und ihr am Parkplatz angekommen, führt euch von dort aus ein kleiner Weg durch den „Zwergenwald“ und bietet dabei schon unterwegs spektakuläre Ausblicke. Zwergenwald ist übrigens eine Idee von uns und entstanden aufgrund der niedrigen Höhe der dortigen Pflanzen und Bäume.

Die Spitze und damit euer Ziel erreicht ihr schon nach gut 30 Minuten und werdet direkt mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Und wenn wir atemberaubend sagen, dann meinen wir das auch. Wir sagen nur 360 Grad Panoramablick auf einen riesigen Canyon, den wilden Fluss und dazu die knapp 2500m hohen Berge. Mächtig beeindrucken das Ganze. Und kaum in Worte zu fassen.

Auch wenn diese Wanderung weder besonders lang noch mehr als mittelmäßig anspruchsvoll war, war sie definitiv eins unserer Highlights. Dazu noch ein perfektes Verhältnis von Aufwand und Belohnung (für alle, die etwas faul sind) – klare Empfehlung!

Wanderübersicht Mount Curevac/Tara Canyon

Startpunkt: Wanderparkplatz am Mount Curevac (einfach bei maps.me suchen oder 43.193896, 19.089645 ins Navi eingeben)
Länge:  ca. 4 km
Höhenmeter: ca. 100 HM
Dauer: ca. 1 Stunde plus Aufenthalt am Gipfel
Schwierigkeit: mittel; Wanderschuhe sind empfehlenswert
Wetter: trockenes Wetter empfehlenswert
Highlights: Aussicht auf den Tara Canyon
Verpflegungsmöglichkeiten: keine
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Montenegro Wanderung 5: Seilbahnfahrt und Wanderung zum Savin Kuk

Wer in Zabljak ist bzw. durch Zabljak fährt, wird auf jeden Fall den oben beschriebenen Crno Jezero besuchen. Was viele nicht wissen: Man den See auch von oben sehen kann. Oben ist in diesem Fall der Savin Kuk, den man auf zwei verschiedene Arten besteigen kann. Wobei besteigen bei der zweiten Möglichkeit vielleicht etwas zu viel gesagt ist.

Um auf den Savin Kuk in Montenegro zu kommen, hat man zwei Möglichkeiten

Man kann den Savin Kuk natürlich klassisch erwandern, dafür muss man aber etwas Zeit mitbringen – eine Strecke aus dem Tal zum Gipfel sind ca. 7 km. Einfacher ist es, den größten Teil der Strecke mit dem etwas altertümlichen Sessellift zu überwinden. Haben wir gemacht, da wir aufgrund des Wetters erst gegen 15 Uhr aufbrechen konnten und es so definitiv nicht mehr bis nach oben geschafft hätten. Aber auch diese Version war durchaus abenteuerlich.

Mit einem Sessellift kann man einen großen Teil der Strecke auf den Savin Kuk entspannt meistern

Wir haben also schnell Tickets für den Sessellift gekauft (ca. 8 Euro pro Person) und sind eingestiegen. Also Malte zumindest. Nina hatte beim Anblick der in die Jahre gekommen Liftanlagen etwas Bedenken, hat sich dann aber auch getraut. Vielleicht war der Lift nicht mehr der Neueste, sah aber, nach Maltes fachmännischer Einschätzung, sicher aus. Soweit man das beurteilen kann…
Über die geröllartigen sommerlichen Skipisten ging es dann bis zu Mittelstation, wo man auch noch umsteigen musste. Danach wurde es deutlich steiler, was bei Nina eine leichte Panik erkennen lassen hat. Aber sie hat es wirklich gut versucht zu verbergen und sich kaum etwas anmerken lassen.

Oben angekommen ergab ein kurzer Blick auf die Uhr, dass es bereits 15:30h war. Was bedeutete, dass die ca. halbstündige Wanderung nach oben auf den Gipfel und retour bis zum letzten Lift um 16:15h kaum zu schaffen war. Dachten wir zumindest zuerst und sind erstmal zum nächsten Aussichtspunkt gewandert Hier war der Blick schon ziemlich gut, aber man konnte eben den Crno Jezero nicht sehen. Doof.

Die letzten Meter auf den Savin Kuk in Montenegro haben wir als Trailrun absolviert

Wir also frei nach dem Motto „lass uns mal über die nächste Kuppe schauen“ wanderte wir schnell weiter. Aber nicht entlang der Serpentinen auf dem Weg, sondern direkt hoch. Das Ganze haben wir mit immer wieder kritischen Blicken auf die Uhr so lange gemacht, bis wir tatsächlich ganz oben waren. Also auf dem Gipfel. Und zwar im Lauftempo. Unser erstes Trailrunning quasi. Hat sich auch ziemlich gelohnt, der Blick vom Savin Kuk war Bombe.

Nach kurzer Pause zum Genießen ging es dann im Affenzahn wieder bergab: Wir mussten ja den Lift bekommen. Haben wir geschafft und waren um 16:10h wieder an der Bergstation. Rekord, würden wir sagen. Für alle, die auch hoch wollen: Wenn möglich, nehmt etwas mehr Zeit mit. Wenn nicht, gönnt euch etwas Trailrunning und ihr könnt den super Blick auch so genießen.

Wanderübersicht Savin Kuk

Startpunkt: Talstation des Savin Kuk Sesselliftes
Länge:  ca. 3 km (Bergstation – Gipfel und zurück), 14 km Auf- und Abstieg aus dem Tal
Höhenmeter: gut 100 HM
Dauer: ca. 40 Minuten plus Pause am Gipfel
Schwierigkeit: mittel; Wanderschuhe sind empfehlenswert
Wetter: trockenes Wetter empfehlenswert
Highlights: grandiose Aussicht auf den Crno Jezero und die Berge des Durmitor
Verpflegungsmöglichkeiten: keine
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Montenegro Wanderung 6: Aufstieg zum Mount Prutas auf 2400m

Die wohl spektakulärste und herausforderndste Wanderung unserer Urlaub haben wir auf den Prutas gemacht. Eigentlich wollten wir ja auf den Bobotov Kuk, hatten uns aber wegen der angesagten Gewitter für eine kürzere, aber nicht weniger anspruchsvolle, Wanderung entschieden. Bzw. diese von unseren Gastgebern des Guesthouse Nedajno empfohlen bekommen. Gute Idee, wie sich zeigen sollte. Die Wanderung hat sich wirklich gelohnt und soll wohl auch eine der schönsten Montenegros sein.

Eine gute Wetterplanung ist bei der Wanderung auf den Prutas unerlässlich

Unter der Führung von Diplom Meteorologin Nina hatten wir mit streng wissenschaftlichen Mitteln („meine App sagt das“/“meine aber das“) herausgefunden, dass es ab ca. 14:30h regnen und ordentlich gewittern sollte. Wir sind also gegen 10h losgewandert, da – ih werdet es kaum glauben – die Wanderung ca. 4,5h dauern sollten.

Startpunkt war ein kleiner Wanderparkplatz (Koordinaten dazu unten). Von dort aus wanderten wir erstmal ordentlich steil bergauf durch eine Graslandschaft, dann ein ganzes Stückchen auf einer nur sanft ansteigenden Ebene. Anschließend ging dann der deutlich steilere Mittelteil los, bei dem wir eine amerikanische Familie überholt haben (warum das wichtig ist, erfahrt ihr nachher) und etwas vom eigentlichen Weg abkamen. Lustigerweise folgten uns zwei andere Wanderer, die dann auch mal fragten, ob sie denn auch auf dem richtigen Weg seien. Waren sie, wie wir eben auch, nicht. Machte aber nichts, da wir dank maps.me und einem Mini-Umweg schnell wieder auf der ursprünglichen Strecke waren. Als wir den Mittelteil erfolgreich bewältigt hatten, war es Zeit für eine kleine Pause mit ziemlich gutem Ausblick. Noch dazu kam, dass wir zu Beginn der Wanderung noch den einen oder anderen Sonnenstrahl erhaschen konnten und bis auf die oben beschriebenen Begegnungen fast alleine waren.

Auf dem Weg zum Gipfel ging es auf dem Berggrat steil bergauf

Ab hier sollte der Spaß erst so richtig losgehen. Nun wollten nänmlich ca. zwei Kilometer gemeistet werden, die recht steil auf dem Grat des Berges langführten. Kleine Kletterstellen natürlich immer inkluive. Wer es nicht glaubt, hier ist der Beweis:

Mystische Natur rund um den Mount Prutas in Montenegro

Jetzt können wir auch auflösen, warum die amerikanische Familie vorhin erwähnt wurde. Der Vater hatte seine Töchter und seine Frau offensichtlich auf halbem Weg zurückgelassen und näherte sich uns in schnellen Schritten. Nicht wandernd, sondern richtig schnell laufend. Also so richtig. Und das auf über 2000m Höhe. Da hatten wir trotz unseres Mini Laufs auf den Savin Kuk keine Chance und mussten abreißen lassen. Oben auf 2400m angekommen sind wir trotzdem. Zwar waren am Himmel mittlerweile einige Wolken aufgezogen, das machte das Ganze aber noch mystischer. Nur kalt war es.

Beim Wandern in Montenegro darf eine kleine Stärkung nie fehlen

Glücklicherweise kamen von der anderen Seite des Berges ein paar Wanderer, die uns einen Grappa anboten. Da haben wir nicht nein gesagt. Zusammen mit dem vorangegangen Picknick war das eine optimale Stärkung für den Weg zurück ins Tal. Immerhin nochmal 900 Höhenmeter retour. Haben wir aber easy geschafft. Bisschen doof war nur, dass es trotz unseres optimalen Timings auf den letzen 15 Minuten zu regnen anfing. War aber zum Glück nicht viel mehr als ein paar Tröpfchen und damit kein Vergleich zu unserem Erlebnis am Biogradska Jezero.

Richtig blöd war das für alle, die uns auf haben Weg entgegen kamen und definitiv keine Regensachen dabei hatten. Und trotzdem direkt ins Gewitter und den Nebel gelaufen sind. Kann man machen, muss/solte man aber gar nicht.

Fazit: Der Prutas mag zwar nicht so bekannt wie der Bobotov Kuk sein, war aber spektakulär zu besteigen und belohnt mit einem klasse Ausblick. Sehr zu empfehlen!

Wanderübersicht Mount Prutas im Durmitor Nationalpark

Startpunkt: Wanderparkplatz an der Straße P14 (43°06’25.41“ N 19°00’16.36“ E)
Länge:  ca. 10 km
Höhenmeter: gut 900 HM
Dauer: ca. 4,5 Stunden inklusive Pause am Gipfel
Schwierigkeit: mittel bis schwer; Wanderschuhe sind ein Muss
Wetter: trockenes Wetter empfehlenswert
Highlights: grandiose Aussicht auf den Dumitor Nationalpark und den Bobotov Kuk
Verpflegungsmöglichkeiten: keine
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Wandern in der Bucht von Kotor

Wer in Montenegro unterwegs ist, wird es sich wahrscheinlich nicht nehmen lassen, ein paar Tage in der Bucht von Kotor zu verbringen und die Sonne am Meer zu genießen. Wem das zu langweilig ist, der findet auch hier schöne Wanderrouten. Eine haben wir selbst gemacht und wollen sie gerne mit euch teilen.

Montenegro Wanderung 7: In der sengenden Sonne hoch zur Festung Sveti Ivan/St. John

Wer in Kotor ist, muss mal hoch zur Festung Sveti Ivan gewandert sein, sagt man. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen, wer mag kann sogar noch etwas weiter bis in den Lovcen Nationalpark wandern.

Es wird auf jeden Fall empfohlen, möglichst früh morgens aufzubrechen, um der Mittagshitze und der brennenden Sonne zu entgehen. Wer nur zur Festung will, kann aber auch getrost erst später los. Wer aber tatsächlich noch weiter will, sollte diesen Tipp beherzigen und sich ein frühes Frühstück gönnen. Haben wir nicht gemacht, da wir a) unser mega schönes Hotel genießen wollten und b) schon so viel gewandert waren, dass der Trip zur Festung vollkommen ausreichend war.

Die Wanderung zu Kotors Festung startet in der Altstadt von Kotor

Los geht es in der Altstadt von Kotor, wo man an einer kleinen Pforte einen Eintritt von ca. 6 Euro entrichten muss. Sollte man auch machen! Denn auch, wenn es Wege am Eintritt vorbei gibt, darf man die Erhaltung der Anlagen gerne mit dem wirklich nicht teuren Eintritt unterstützen. Von der Pforte aus sind es ca. 45 Minuten bergauf, in denen man sich ordentlich von der Sonne grillen lassen darf. Also genug Wasser einpacken. Auf dem Weg nach oben geht es durch jede Menge alte Festungsanlagen, von denen man einen wunderbaren Blick über die ganze Bucht von Kotor hat. Ziemlich cool!

Nach der Festung kann man weiter bis in den Nationalpark wandern

Wer noch mehr will, kann oben angekommen bei der Kapelle das kleine Fenster mit dem Wanderwegsymbol (weißer Kreis mit rotem Punkt) suchen, durchsteigen, und weiter wandern. Von dort aus geht es dann aber wirklich noch ein ganzes Stückchen bergauf, bis man an den Rand des Nationalparks gelangt. Wir haben uns das wie gesagt gespart. Es soll aber einen noch besseren Blick über die Bucht ermöglichen (auch wenn wir uns fragen, wie das möglich sein soll).

Wanderübersicht Sveti Ivan/St. John in Kotor

Startpunkt: Altstadt von Kotor
Länge:  ca. 4 km
Höhenmeter: gut 200 HM
Dauer: ca. 1,5 Stunden plus Pause an der Festung
Schwierigkeit: einfach bis mittel; Wanderschuhe sind empfehlenswert
Wetter: trockenes Wetter empfehlenswert
Highlights: grandiose Aussicht auf die Bucht von Kotor
Verpflegungsmöglichkeiten: Restaurants in Kotors Altstadt
Streckeninfos/GPX für euer Smart Device: hatten wir damals leider noch nicht dabei

Wanderungen, die wir in Montenegro leider nicht geschafft haben

Leider haben wir nicht alle Wanderungen geschafft, die wir uns vorgenommen hatten. Zwei Wochen sind dann leider doch gar nicht so lang, wie man denkt. Damit ihr aber die volle Auswahl habt, haben wir für euch noch ein paar Anregungen zusammengestellt.

Bobotov Kuk – Montenegros höchster Berg

Der Bobotov Kuk soll ein ziemliches Highlight sein, leider konnten wir ihn wegen des wechselhaften Wettern nur aus der Ferne bestaunen. Auf jeden Fall ist er mit über 2500m Montenegros höchster Berg – erklimmen kann man ihn in einer ziemlich anstregenden und herausfordernden Wanderung, die ähnlich der unseren auf den Mount Prutas sein soll. Wenn ihr den Bobotov Kuk besteigen wollt, informiert euch auf jeden Fall vorher über mögliche Routen und plant eure Ausrüstung genau. Die Wanderung soll ca. 6-7h dauern und wird nur für erfahrene Wanderer empfohlen. Also nicht übernehmen und realistisch einschätzen, ob ihr für diesen Trip gewappnet seid!

Hier findet ihr mehr Infos.

Prokeltije Nationalpark – Wandern an der Grenze zu Albanien

Zwei Wochen scheinen für ein Land so groß wie Schleswig-Holstein (und nein Montenegro ist nicht größer) doch ausreichend viel Zeit, um zumindest alles „mal gesehen zu haben“. So ist es aber nicht. Leider haben wir es während unserer Montenegro Urlaubs nämlich beispielsweise nicht in den Prokeltije Nationalpark geschafft. Dabei sollen die Wanderungen hier wunderschön und die Natur ebenfalls atemberaubend sein. Für alle die einen Abstecher dorthin machen wollen: Von Plav aus sollen die meisten Wanderrouten starten oder gut erreichbar sein.

Und wir? Wir haben einen Grund nach Montenegro wiederzukommen.

Vielleicht ist diese Wanderung eine Inspiration für euch.

Nejogos Mausoleum im Lovcen Nationalpark

Oben haben wir ja bereits von unserer einzigen Wanderung während unseres Aufenthalts in Kotor berichtet. Wir müssen leider ehrlich zugeben, dass bei unseren letzten vier Tagen im wunderschönen Montenegro Strand und Baden deutlich höher im Kurs standen, als weitere Wanderungen zu machen. Ob wir es bereuen? Nein. Ob wir beim nächste Mal in Montenegro dann im Lovcen Nationalpark mehr wandern würden? Auf jeden Fall. Googelt doch einfach mal Njegos Mausoleum und ihr wisst wieso.

Hier findet ihr weitere Infos.

Weitere tolle Erlebnisse bei Kommrum Reisen

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nadine sagt:

    Oh, wie schön! Und solche tollen Bilder! Da kommen Erinnerungen hoch! Auf dem Prutas und im Lovcen Nationalpark waren wir auch. Leider hat uns eine kleine Lebensmittelvergiftung im Durmitor Nationalpark außer Gefecht gesetzt, so dass unsere geplante Mehrtageswanderung ausfallen musste… 😦

    Gefällt 1 Person

    1. Oh nein wie schade…mega cool, dass ihr ganz ähnliche Wanderungen gemacht habt 🙂 was war euer Highlight in Montenegro?

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