Kanada Roadtrip #teil3

Und weiter gehts mit unserem Roadtrip. Das Ziel heute: endlich den Highway verlassen und ins Backcountry abbiegen, dabei die unberührte Natur beim Kanu fahren genießen und am Abend in Likely den nächsten Zwischenstopp einlegen. So zumindest der Plan.

Teil 1: Vancouver 2 Squamish und Squamish 2 Whistler
Teil 2: Whistler 2 108 Mile Ranch

Von 108 Mile Ranch nach Likely, BC

Ich kann euch jetzt schon verraten, dass der Weg dorthin nicht ganz einfach war. Warum? Weil uns die Natur etwas einen Strich durch die Rechnung zu machen drohte. Bereits am Vorabend hatten wir gemerkt, dass die Luft auf den letzten Kilometern zum Arcona House erstaunlich dunstig war. Unser Gastgeber Henning kannte den simplen Grund: Waldbrände, verursacht durch die große Hitze, trockene Wälder und leider manchmal in Kombination mit unvorsichtigen Campern.

Das sollte leider auch nicht das letzte Mal sein, dass uns die Waldbrände während unserer Tour beeinflussten. Doch glücklicherweise war es meist nur die Sicht, welche beeinträchtigt war.

Und als wäre das nicht schon genug Sorge, machte besonders Nina eine zweite Sache zu schaffen. Plan war, am nächsten Tag die Backroad von Likely ins historische Barkerville zu nehmen. Problem dabei: in diversen Internetforen wurde darauf hingewiesen, die Straße auf keinsten Fall mit einem normalen Auto, sondern nur mit Geländewagen zu befahren. In anderen Foren dagegen gab es einige, die die Strecke auch mit einem normalen Fahrzeug gut bewältigt hatten.

Das eigentlich Problem war vielmehr, dass es online nur sehr wenige (und meist alte ) Berichte über Backroad zu finden waren. Das einhergehend mit Hennings Warnung bracht mich mindestens mal zum Nachdenken.

Was also tun? Einfach wie geplant das für den Tag geplante Kanu fahren durchziehen, abends nach Likely fahren und dann hoffen, dass wir die Straße nehmen können? Oder lieber auf Nummer sicher gehen, am Highway bleiben und umplanen?

Wie ihr unten auf der Karte sehen könnt, beeinflusste diese Entscheidung nämlich nicht nur die aktuellen Tagespläne, sondern auch die Pläne für die nächsten Tage, da die Alternative zur Backroad eben der anders verlaufende Highway gewesen wäre. Likely hätten wir dann also nicht anfahren können und das Kanufahren wäre ebenfalls ausgefallen.

Erstmal haben wir ein kleines bisschen diskutiert, dann sind wir getreu dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ einfach losgefahren. An der letzten Tankstelle am Highway wurde uns immerhin die Angst vor dem Feuer genommen, der freundliche Angestellte versicherte uns glaubhaft, dass es bis auf die leicht dunstige Sicht keine Einschränkung gäbe. So weit, so gut. Wir also vom Highway abgebogen und erstmal den auf halber Strecke liegenden Kanuverleih ins Visier genommen haben. Im Nachhinein müssen wir sagen, dass das die beste Entscheidung war!

Eine Kanutour am Opheim Lake

Warum? Weil wir einen der schönsten Tage unseres gesamten Roadtrips hatten. Bei Norms „Kanuverleih“ (alle Infos zu Orten und Aktivitäten gibt es übrigens wie immer unten gesammelt) angekommen fanden wir ein einsames Blockhaus am See vor, in dem uns Norms Frau von der Veranda freundlich begrüßte. Die zwei hatten ihr Haus in der Stadt einfach aufgeben und sich dafür entschieden, in die Natur zu ziehen, ein paar Kanus zu vermieten und ein kleines B&B zu betreiben (Kontakt und Wegbeschreibung hier). Norm selbst war genauso nett wie seine Frau, stellte uns ein Kanu samt Karte der kleines, aus drei Seen bestehenden Seenplatte zur Verfügung und gab uns noch ein paar Tipps für gute Spots zum Lunchen, Tiere beobachten und Baden.

Nachdem ich dan netterweise noch einmal die private Toilette der beiden nutzen durfte und wir die kurze Kanueinführung bravurös gemeistert hatten, konnte es endlich losgehen.

Und es war der HAMMER. Am ersten See gab es vielleicht noch fünf Häuser, am Eingang des zweiten Sees ein weiteres Grundstück und dann hatten wir die Natur ganz für uns allein. Wobei der Übergang zwischen den Seen im hohen Schilfgras nicht ganz so einfach war und ich ein wenig schieben musste, während Nina navigierte. Auf der knapp 1,5-stündigen Paddeltour zum von Norm empfohlenen Spot haben wir übrigens mehrere Fischadler (Gott, sind die groß!), Reiher und diverse andere Tiere gesehen. Wer Glück hat, kann sogar auf einen Elch treffen.

Es war wirklich cool. Wir waren die ganze Zeit fast vollkommen alleine, das Wetter war wunderbar und desto weiter es auf den See rausging, desto mehr verzog sich auch der Rauch.

Malte in seinem Element

Angekommen am empfohlenen Lunchspot haben wir uns ordentlich gestärkt, sind Baden gegangen und haben die vollkommene Einsamkeit und Stille genossen. Bis zwei Amerikaner anscheinend dieselbe Idee hatten und wir den Spot teilen mussten. Aber halb so schlimm, wir hatten ja noch den ganzen Rückweg vor uns. Auf dem ich in Teilen alleine Paddeln musste, da Ninas beim Ski fahren im März gebrochenes Schlüsselbein ihre Unterstützung etwas einschränkte. War aber gar nicht so schlimm so eine kleine Trainingseinheit. Sage ich jetzt – Nina erinnert sich bestimmt noch gut daran, dass mir die Arme am nächsten Tag ein wenig weh taten.

Unser persönlicher Lunch-Spot am Opheim Lake

Jetzt tut der gute Mann so, als wäre er den ganzen Rückweg alleine gepaddelt in ritterlicher Manier. Ganz so war es in meiner Erinnerung nicht. Nett war es aber trotzdem.

Die Likely Lodge – zurück im 18. Jahrhundert

Nachdem wir Norm sein Kanu zurückgebracht hatten, machten wir uns auf den Weg zum heutigen Zwischenziel, der Likely Lodge in Likely. Die wir auf speziellen Wunsch von mir gebucht hatten, da die Bilder bei der Buchung schon auf eine ordentliche Lodge im Stile der Trapper schließen ließen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die günstigste Unertkunft unserer Reise war mit die Coolste, weil es nicht nur eine richtig schöne Old School Kneipe gab, sondern dazu auch noch richtig leckere Burger und deftiges Frühstück. Das Zimmer selbst war ziemlich alt, aber sauber. Für eine Nacht also vollkommen ok.

Man hat sich dort wirklich wie in einer anderen Zeit gefühlt. Auch romantisch, oder?

Als wir Abends dann vor der Lodge auf der Veranda saßen, unsere Burger genossen und der Sonne in den Bergen beim Untergehen zusahen, war unsere Welt wieder vollkommen in Ordnung. Alles richtig gemacht also! Jetzt fragt ihr euch bestimmt noch, was mit unserem Backroad Plan für den nächsten Tag war. Der stand wieder und immer noch, da wir in der Lodge eine Menge Broschüren fanden, die allesamt darüber informierten, dass die mittlerweile sanierte Schotterpiste im Sommer mit jedem Auto befahren werden kann. Ob das wirklich so war, verraten wir im nächsten Beitrag.

Ob wir es wirklich geschafft haben. erfahrt ihr dann in #teil4 unseres Road-Trip-Berichts.

Für alle, die es interessiert: Likely selbst ist ein richtiges Kaff, dass historisch den Übergang von der Zivilisation ins Backcountry markiert. Hinter dem kleinen Ort geht die Wildnis los, in der die Goldgräber ihr Glück gesucht haben.

Tipps zwischen 108 Mile Ranch & Likely

  • Kanu fahren auf dem Opheim Lake (und angrenzenden) – Cariboo Canoe
  • Unterkunft – Likely Lodge oder ebenfalls über Cariboo Canoe

Fahrtipps & Route

Von 108 Mile Ranch bis kurz hinter der Tankstelle an 150 Mile House, dann rechts ab vom Highway 97. Vom Navi bis zum Opheim Lake leiten lassen, an dem Cariboo Canoe ausgeschildert ist (nicht vom Feldweg zum Haus abschrecken lassen). Nach dem Kanu fahren einfach der Straße und Beschilderung nach Likely folgen.

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