Lissabon, die zweite. Dieses Mal mit Pastéis. Wirklich.

Heute halten wir, was wir euch letztes Mal versprochen haben! Es gibt Sonne, Strand, gutes Essen, tolle Aussichten und endlich Pastéis. Für die wir lange laufen mussten. Und schwitzen. Und anstehen. Aber die Mühen haben sich gelohnt. Kann ich definitiv nur bestätigen, dass hier kein Schritt umsonst gewesen ist.Unser dritter Tag ging klassisch los: Bisschen Obst beim kleinen Markt um die Ecke eingekauft, dann wieder mit Händen, Füßen und ein paar Brocken Portunisch (Mischung aus Portugiesisch und Spanisch) eine Früshtück bestellt und selbiges in der Sonne mit diesem megaleckerem Mangosaft-Dings genossen. Ach ja, eine lustige Situation hatten wir beim Obst kaufen. Da portugiesische Händler scheinbar nie mehr als 1€ Wechselgeld haben (wirklich!), ich aber nur einen 5€ Schein parat hatte, wollten wir schon ohne Obst von Dannen ziehen. Zum Glück war der Händler sehr lösungsorientiert. Wir sollten das Obst einfach ohne Bezahlung mitnehmen und am nächsten Tag bezahlen. Haben wir natürlich gemacht. Aber schon lustig, dieses Vertrauen in die Moral der Menschen. Gut, wäre ja auch in Deutschland nicht möglich. Lust auf eine Tirade über den „typisch Deutschen“ habe ich aber gerade irgendwie auch nicht. Kommt aber sicher noch irgendwann.

Gut gestärkt hatten wir einiges geplant. Erstmal wollten wir nach Belém, wo es neben einer Festung und einem Kloster, dem Mosteiro dos Jerónimos, die originalen, weltbesten und einfach leckeren Pastéis de Belém gibt. Kennt ihr nicht und fragt euch, was das ist? Keine Sorge. Erklären wir später. Erstmal mussten wir nach Belém kommen. Ist nämlich etwas außerhalb von Lissabon. Da wir ja allgemein mit Bewegung keine Probleme haben, sind wir gelaufen. Direkt am Ufer des Tejo, einfach immer geradeaus. Kann man also gar nichts falsch machen. Ist allerdings ein ganzes Stückchen. Und warm. Sehr warm. So warm, dass unsere Wasservorräte nach einer halben Stunde komplett leer waren. Praktisch, dass man in Portugal dauernd eiskaltes Wasser zum günstigen Kurs von Straßenhändlern angeboten bekommt.  An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass Alcantara (Unser Wohnort. Für die, die es vergessen haben.) bereits auf einem guten Stück von der Lissaboner Altstadt nach Belém liegt. Ich kann mich an eine Gegebenheit im Jahre 2013 erinnern, als meine Schwester und ich NACH einer dreistündigen Free Walking Tour noch den ganzen Weg zurückgelegt haben. Soll unsere Leistung im letzten Sommer aber nicht schmälern…

Kultur haben wir auch gemacht. Ein bisschen zumindest.

Den widrigen Umständen zum Trotz sind wir dann doch angekommen. Obwohl ich mir zwischendurch sicher war, als Dörrobst zu enden. Bin ich komischerweise aber gar nicht. Jedenfalls wollten wir natürlich auch rauf auf die Festung. Kostet für Studenten schlanke 2€ und gibt einem einen wunderbaren Rundumblick vom Meer bis in die Stadt.

Geschafft!

Clever wie die Portugiesen, die alten Seefahrer sind, haben sie die Festung nämlich so platziert, dass Lissabon vom Seeweg aus nur an ihr vorbei für Freund und Feind erreichbar war. So konnte man ziemlich gut kontrollieren, wen man da haben wollte. Und wen eben nicht. Ob man beim Bau auch mit dem Gedanken spielte, Besuchern einen grandiosen Ausblick und tolle Fotomotive zu geben, ist nicht überliefert. Die Ergebnisse können sich aber sehen lassen.

Und das Beste war: Es gab weiterhin schattige Plätzchen. Denn warm war es auch oben auf der Festung. Unglaublich warm, um genau zu sein!

Dann war es endlich soweit. Nach ein bisschen quengeln durfte ich zu den Pastéis. Was das ist, kann Nina viel besser erklären. Sie ist nämlich ein alter Hase, was das angeht.

Erstmal ist das Ganze sehr, sehr lecker. Das iat ja erstmal das Wichtigste. Oder wie der Spiegel sagt:

„Die süße Eiersahnecreme auf knusprigem Blätterteig verheißt das Glück auf Erden. Das Rezept für die berühmten Pastéis de Belém ist auch nach fast 180 Jahren geheim. Seine Hüter: drei Konditoren einer Confeitaria in Lissabon.“
(Link zum Artikel)

Das Gebäck, welches grundsätzlich aus Mehl, Zucker, Butter und Eiern besteht, wird auf jeden Fall nicht umsonst in diverser Presse beschrieben. In den Himmel gelobt könnte man sagen. Aber zu Recht.

Bevor es allerdings zum Verzehr kommt, muss man sich anstellen. Geht aber fix. Die Bäckerei in Belém hat die Dinger schließlich erfunden und den Verkauf mittlerweile perfektioniert. Wir haben unsere noch warmen Pastéis mitgenommen, uns ein schattiges Plätzchen im nahen Park gesucht und alles aufgegessen. Komplett. Wenn man ein Mal angefangen hat, kann man nicht wieder aufhören. Sind aber auch unerhört lecker. Ich habe mich jedenfalls direkt verliebt. Und trauere bis heute, dass ich Pastéis nur ganz selten beim Portugiesen bekomme. Und die kommen dann kaum an das Original heran. Ich weiß. Eine große Last, die ich da mit mir herumtrage.

Hier gibt’s das Nationalheiligtum der Portugiesen!
Sieht lecker aus, oder? Ein MUSS für jeden Portugal-Trip!

Ich seh das einfach so: Ein Grund mehr, möglichst schnell nach Lissabon zurückzukommen!

Auch wenn der Abschied schwer fiel, mussten wir uns von Belém und den Pastéis verschieden. Fürs Erste. Mit dem Bus gings zurück in die City. War bisschen stickig. Nina war nach der Fahrt gar nicht mal so gut. Also haben wir eine kleine Pause im Schatten gemacht und sind dann wieder losgezogen. Gab schließlich noch einiges zu sehen. Es waren aber auch erschwerte Bedingungen: Der Busfahrer ist wie einer Wilder durch die Stadt gebraust, der Bus war rappelvoll und die Luft um uns herum hat nicht einmal für einen Bruchteil der Anwesenden gereicht. Zurücklaufen war nach dem Marsch am Morgen aber irgendwie trotzdem keine Alternative. War halt inzwischen auch nochmal 10 Grad wärmer.

Wo wir gelandet sind? Am Time Out Market. Einer riesigen Halle mit Markt- und Essensständen. Zufall? Interpretationssache. Man könnte sagen, dass der Spruch „immer der Nase nach“ ganz gut passt (mehr dazu gibts dann im nächsten Beitrag. Wir sind nämlich noch mal wiedergekommen). Nach eine Schlender-Runde über den Markt sind wir im Café Tati gelandet. Einem klassischen Café, dass neben normalen Menschen auch ne Menge Hipster anzieht. Bleibt nicht aus. Neben Kuchen stehen auch diverse portugiesische Kleinigkeiten auf der Karte, mit denen wir uns erstmal gestärkt haben. Immer hin zeigte der Schrittzähler schon mehr als 10km an. Um die Mittagszeit.

Daher war eine kleine Stärkung auch vollkommen verdient.

Ein erster Eindruck. Mehr gibts demnächst.

Was wir an dem Tag noch gemacht haben? Uns einfach mal treiben lassen! Wir sind einfach durch die Stadt geschlendert, haben mal hier und mal dort gehalten und einfach den Charme und das Flair genossen. Gelandet sind wir abseits der Touri-Pfade und haben die Stadt so von einer Seite kennengelernt, wie sie normalerweise wohl nur die Einheimischen sehen. Abgerundet haben wir den Tag im Restaurante Stasha, das in der Altstadt für seine authentische portugiesische Küche bekannt ist. Ich kann das Bife à Portuguesa mit Serrano Schinken und Knoblauch mehr als empfehlen. Wobei ich in diesem Urlaub dasselbe Gericht nochmal gegessen habe und überwältigt war. Wo? Das verraten wir euch in einem der folgenden Beiträge.

Ich habe übrigens keine Ahnung mehr, was ich gegessen habe, aber lecker war es! Obwohl des Restaurant ein „Insidertipp“ aus dem Reiseführer war und deswegen gar nicht mal so geheim gewesen ist. Stimmt. Ich weiß auch nicht mehr, was Nina hatte. Muss aber gut gewesen sein, denn sie war zufrieden. Und das schafft definitiv nicht jedes Restaurant.

Beschlossen haben wir den Abend bei ein paar Drinks. Geht nämlich ziemlich einfach, in Lissabon entsprechende Lokalitäten zu finden. Man merkt, dass sich ein paar Studenten in der Stadt herumtreiben. Sehr angenehm. Die Bilder dazu bleiben unter Verschluss. Ist nämlich besser, wenn ihr das Ganze mal selbst erlebt, anstatt nur unsere Berichte zu lesen. Bei Fragen und falls ihr Tipps benötigt immer gerne melden!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: