Joe’s Shanghai – Bestes aus Chinatown, NYC

Jaaaa! Wir waren in New York City. Ausführliche Berichte dazu kommen noch…

…ABER…

erst einmal müssen wir einen zweiten fantastischen, kulinarischen Tipp los werden:

Joe’s Shanghai in Chinatown

Von unserem New York Greeter (dazu später mehr) empfohlen, mussten wir es einfach auszuprobieren: Ein kleines, von außen unauffälliges Restaurant mitten in Chinatown.

Das wir das Restaurant ausprobiert haben, ist übrigens mir zu verdanken. Ich war nach der Beschreibung von Beth (so hieß unser NY Greeter) so angefixt, dass ich den Rest der Reisegruppe durch sanfte Einflussnahme zielsicher in das Restaurant geführt habe. Was sanfte Einflussnahme ist? Eventuell ein kleines bisschen Bestechung…

Erste Besonderheit: Wer essen will, muss eine Nummer ziehen. Dann wird man aufgerufen, Hoffentlich. Aber keinesfalls in aufsteigender Reihenfolge. So werden die Nummern nämlich auch nicht vergeben. 69 kommt nach 177, 21 nach 3 und 92 vor 343. Wir hatten übrigens Nummer 81. Kam lange nicht – aber dann war die Freude umso größer.

Oh ja! Wir haben nämlich wirklich lange draußen gewartet und bei jeder Nummer mitgezittert. War ein bisschen wie beim Lotto spielen. Wer aufgerufen wurde, hat den Jackpot gezogen. Wir hatten viele Nieten – aber dann kam der große Moment endlich auch für uns.

Schafft man es der netten, aber leider sehr flotten, Bedienung ins Innere zu folgen, findet man sich von einer Sekunde auf die andere in einer anderen Welt wieder. Ein großer Raum voller runder Tische, welche mehr als eng mit Besuchern aus aller Herren Länder besetzt sind. Neben Englisch und Asiatisch wurde der Raum auch von unzähligen weiteren Sprachen erfüllt. Spanisch traf auf Französisch, unser deutsches Gequassel wurde von japanisch am Nachbartisch ergänzt. Es war laut, es war warm und es roch nach unglaublich gutem Essen.

Das nahm uns dann auch ein wenig die Angst. Die Angst wovor? Zu bestellen. Denn so wenig unsere Reisegruppe Mandarin spricht und entsprechende Schriftzeichen entziffern kann, so solide sollte doch eigentlich unser Englisch sein. Sagen wir es so: die Speisekarte blieb uns dennoch ein Rätsel.

Ich hatte bis zu diesem Abend eigentlich relativ viel von meinem Englisch gehalten. Das hatte sich dann erledigt. Von den gefühlten 1.000 Gerichten auf der Speisekarte habe ich vielleicht bei 1% erahnen können, welche Zutaten das Gericht tatsächlich hat. Okay, vielleicht etwas untertrieben. Es waren 10.000 Gerichte.

Während der ausführlichen Diskussionen rund um die Speisekarte gab es einen zweiten Faktor neben den unglaublichen Gerüchen aus der Küche, die uns zuversichtlich auf das Essen blicken ließ. Ein Blick auf die Wände offenbarte nicht nur einen mindestens 20 Jahre alten Artikel aus der WELT (da fühlt man sich als Deutscher in der großen weiten Welt direkt etwas sicherer), sondern auch ein Foto von Leo di Caprio. Der war nämlich auch schon mal da. So ein Typ von „Walking Dead“ auch. Kenne ich aber nicht.

Was wir ebenfalls sagen? Das Essen war unglaublich!

Schon vor unserem Besuch sind uns die legendären „Soup Dumplings“ in Joe’s Shanghai angekündigt worden. Als wir diese nach einem kurzen Crashkurs über die richtige Verzehrweise auch endlich genießen konnte, war ich ebenfalls überzeugt. Aufgrund eines rasend schnellen Verzehrs gehe ich davon aus, dass die anderen es ebenfalls waren.

Falls ihr euch nun fragt, wer überhaupt das Glück hatte den Abend in Joe’s Shanghai genießen zu dürfen: Es war unsere Reisegruppe, bestehend aus meiner Mama, meiner Schwester und „meinem“ Malte unterwegs, zusammen mit Maltes lieben Eltern, die gleichzeitig New York unsicher gemacht haben.

Doch nach den Dumplings ist vor dem Hauptgang. Auch hier hielten die authentischen, chinesischen Köstlichkeiten, was uns vorher versprochen wurde. In kursiv übrigens die freie Übersetzung der Namen der Gerichte. Weil mein Chinesisch so gut ist. Und ich es einfach kann.

„Irgendein ziemlich scharfer, ziemlich geiler Eintopf mit Rind“

„Honig-glasiertes Chili-Hähnchen mir Cashews und Paprika“

„Rindfleischstreifen in geil-würziger Marinade mit grünen Bohnen“

Aber sowas von! Ich habe selten so gut Chinesisch gegessen. Ein Blick in die Runde verriet mir, dass meine Mitessenden das genauso sahen. Einzig und allein das Essen mit den Stäbchen bereitete uns leichte Schwierigkeiten. Nur meinem Papa nicht – er hätte auch ein Leben vor seinen Kindern gehabt, war der einzige Kommentar, dem man ihm dazu entlocken konnte.

Um nochmal auf meine Überredungskünste zu sprechen zu kommen: die Rechnung für diesen leckeren Abend landete bei mir. Vielleicht, weil ich eingeladen hatte…konnte ich mich irgendwie nicht so ganz dran erinnern. War aber gar nicht so schlimm – inklusive Steuern, Trinkgeld und allem Pipapo, das in den USA immer noch zum Rechnungspreis dazukommt, habe ich einen mehr als fairen Preis bezahlt. Für New York würde der Schwabe in mir sogar sagen, dass wir einen echten Schnapper gemacht haben. Ein letzter Tipp noch: bei Joe’s könnt ihr nicht mit Kreditkarte bezahlen, also Bargeld mitnehmen! Im Notfall hat die Apotheke gegenüber übrigens einen Geldautomaten. Es muss also keiner beim Abwasch helfen.

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