London. Day II.

Nach einer langen Nacht ging der zweite Tag in London los, wie der erste aufgehört hatte: Mit Essen. Genauer gesagt mit Frühstück. Und das konnte sich sehen lassen – von frischem Obstsalat und Joghurt über Müsli, frisches Brot und Croissants gab es alles, was das Herz begehrt. Für Nina natürlich auch ihren geliebten Kaffee, ohne den sie morgens etwas muffelig (Ah ja, muffelig also. Nutzt das Wort überhaupt wer auf der Welt und was soll das heißen? Die nette Ausdrucksweise für nervig und anstrengend vielleicht?) werden kann.

Stimmt  außerdem auch nicht. Genau genommen wurde mir Kaffee vorenthalten. Nachdem Malte großmundig angekündigt hatte mir nun meinen lebensnotwendigen zweiten Kaffee am Morgen vom Buffet mitrbingen zu wollen, kam der Herr mit immer weiter vor Stolz geschwellter Brust wieder an unseren kleinen Tisch zurück und teilte mir mit, dass ich in sehr naher Zukunft nicht nur einen neuen Kaffee, sondern auch einen „richtigen“ Kaffee („und nicht den aus der Maschine da“) bekommen würde. Ich wartete. Und wartete. Ich warte eigentlich noch immer.

Den sollte sie auch brauchen (Hatte sie aber nicht! Also den Zweiten – den Ersten ja. Der war übrigens lecker. Und aus der Maschine. Und am wichtigsten: da!), denn danach ging es hoch hinaus für uns beide. In weiser Voraussicht hatte ich von zuhause als Teil von Ninas Geburtstagsgeschenk bereits Tickets für das London Eye organisiert, um die Stadt von oben zu überlegen. Blöd nur, dass ich in einem Anfall kurzfristiger Amnesie vergessen hatte, dass Nina Höhenangst hat. Und nicht mag, wenn es keine Treppen für eine koordinierte Flucht gibt. Ja, okay – nicht meine cleverste Aktion. Aber das erzählt sie euch am besten selbst.

Super war das. Der Hammer. Nein, zugegebenermaßen muss auch ich festhalten, dass eine Fahrt mit dem London Eye sicherlich das Highlight eines Besuches in der britischen Metropole sein kann. Kann! Seht euch die Aussicht an:

Schwierig wird es nur wenn Riesenräder im Generellen jetzt eher doof findet. Also so richtig doof. Doof, doof, doof. War am Ende dann zar alles halb so schlimm. Also so halb so schlimm von unbeschreibbar schlimm. Ihr wisst, was ich meine. SO gefällt mir das irgendwie besser…

Als kleine Wiedergutmachung nach dieser Tortur durfte Nina danach auf einem klassischen Karussell ein paar Runden drehen. Sieht ganz danach aus, als hätte die Kleine Spaß gehabt.

Jaaaaa! Und?

Als nächster Programmpunkt stand eine Fahrt mit einer der Fähren auf der Themse Richtung Tower an. So richtig schön die Sonne, die Stadt und den Wind vom Wasser aus genießen. Das hatten wir uns ausgemalt. Schöne Vorstellung eigentlich. Wurder aber leider nichts, da alle Anleger gesperrt waren. Blöd. Aber egal, wir laufen ja gerne…

Super war das! Wirklich! Ja, ich meine das Ernst. Habt ihr nicht gedacht, oder? Aber versucht es selbst. Lauft einfach mal ein paar 100m (oder auch mehr) an der Themse entlang.

Was dann kam, hat meine Sinne komplett überfordert. Der kleine (ah ja!) Malte verloren in der Großstadt. Gerüche, Farben und Menschen überall. Zu viele Informationen. Zu viel von allem. Warum? Und wo? Das erzählt euch Nina, die sich köstlich über mich amüsiert hat. Und über die Kleinstadt, die ich mein zuhause nenne.

Welche Kleinstadt jetzt genau? Aber Recht hast du schon grundsätzlich. London kann von einer Sekunde auf die andere von einer netten Stadt in der man einen gepflegten Nachmittagsspaziergang macht zu einer mitreißenden Metropole werden. Poetisch, oder? Sollte ich mir merken.

Zuerst haben wir uns nämlich zum Borough Mark aufgemacht. Eine Kleinigkeit lunchen- Mal eben. Denkste. Ich habe den Vorteil, dass ich diesen Market bei einem vergangenen Trip nach London schon einmal besucht hatte. Allerdings im Dezember. War etwas anders. Dieses Mal erwarteten uns neben einer unglaublichen Vielzahl an Street Food Ständen verschiedenster Herkunft, eine reiche Auswahl an Marktständen mit allem was man sich zwischen Sonntagsbraten und frisch gepresstem Saft so vorstellen sowie eine Vielzahl an jungen und alten Briten und Touristen, die mit einem kühlen Getränk die ersten Sonnenstrahlen im frühlingshaften London einfangen wollten. Einfach wunderbar.

Es war einfach der Wahnsinn! Der Borough Market, Soho bei Nacht…selten habe ich etwas so intensiv erlebt. Ich muss zugeben, dass ich vor New York etwas Bammel habe. Da fahren wir nämlich als nächstes hin. Ja, läuft bei uns. Übrigens: an diesem Abend haben wir länger durchgehalten und einen kleinen Eindruck von London bei Nacht bekommen. Zwar ohne den klassischen Jim Tonic (Ja es heißt Jim. Könnte etwas mit Gin zu tun haben, weiß man aber nicht!), dafür aber mit echter Pub-Atmosphäre und britischer Küche. Nina hat sich an einen Pie getraut, der erstaunlicherweise mehr als lecker war. Mein in Ale eingelegter Vogel konnte auch einiges.

Ja, das Abendessen im The Cambridge hat mich wirklich überzeugt. Besonders, da der Entscheidungsprozess ca. 2 Stunden und einen Abstecher in die Londoner M&M World gedauert hat. Leute munkeln Malte hatte den Mund aber schon die ganze Zeit geöffnet – natürlich vor Staunen. Aber wie gesagt gelohnt hat es sich und…

…wieder ein Vorurteil beseitigt und die Welt ein bisschen besser gemacht. Mit diesem Gefühl kann man beruhigt schlafen gehen.

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